29 August 2008

Mikroalgen-Versuchsanlage in Hamburg in Betrieb genommen

Biophoto-Reaktoren sollen Kohlendioxid binden und Biomasse produzieren

Am Donnerstag nahm eine bislang in Europa einzigartige Mikroalgen-Forschungsanlage in Hamburg ihren Betrieb auf. Das von der Stadt Hamburg und dem Energieversorger E.ON Hanse AG mit jeweils einer halben Million Euro finanzierte Pilotprojekt soll CO2-Abgase eines mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerk mit Hilfe von neuartigen Biophoto-Reaktoren direkt zur Produktion von Biomasse verwendet.

algen2.jpgAnja Hajduk, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, sagt dazu: “Diese in Europa bisher einzigartige Anlage stärkt Hamburgs Ruf als Standort für hochkarätige Klimaforschung. Hier wird komplett Neuland betreten, und wir hoffen auf richtungweisende Forschungsergebnisse, bis hin zur Wirtschaftlichkeit bei 100%ig klimaneutraler Produktion von Biomasse.”

Dieses europaweit einzigartige “Algen-Kraftwerk” wurde in den letzten Monaten von im Rahmen des Projektes TERM (Forschungskonsortium zur Entwicklung von Technologien zur Erschließung der Ressource Mikroalgen) mit Unterstützung der Behörden für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wissenschaft und Forschung und E.ON Hanse auf firmeneigenem Gelände in Hamburg-Reitbrook errichtet. Dabei kamen auch Biophoto-Reaktoren der Firmen Strategic Science Consult (SSC GmbH) und der Subitec GmbH (Ausgründung des Fraunhofer Institutes in Stuttgart) zum Einsatz. Insgesamt sind bisher 10 Partner beteiligt.

Zunächst sei nur ein Teilstück der Algenanlage mit etwa 2,5 Kubikmeter Inhalt (Algen in Wasser) in Betrieb gegangen, ist einer Meldung der dpa zu entnehmen. Damit sollen etwa zehn Kilogramm Biomasse pro Woche produziert werden, wobei ein Kilogramm Biomasse etwa zwei Kilogramm CO2 bindet. Als Alge dient die an nordeuropäische Bedingungen besonders angepasste Alge Chlorella hamburgensis.

Angelegt ist das Projekt auf fünf Jahre, in denen verschiedene Reaktortypen getestet und die Menge der Biomasseproduktion und der CO2-Bindung festgestellt werden sollen. “Die Kultivierung von Mikroalgen stellt eine vielversprechende Technologie dar, um in kurzer Zeit Biomasse zur weiteren Nutzung aufzubauen und gleichzeitig CO2-Emissionen zu reduzieren”, sagte Hans-Jakob Tiessen, Vorstandsvorsitzender der E.ON Hanse AG.

Die Biomasse soll nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde unter anderem in der Biodiesel- oder Biogasproduktion sowie in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie weiterverarbeitet werden können. Vergleichbare Pilotanlagen gibt es nach Angaben der Hamburger Betreiber bisher nur in den USA. Insgesamt werden mehr als zwei Millionen Euro investiert.

Source: PR-inside und Welt-online, 2008-08-28.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email