28 September 2001

Mikroalgen für die deutsche Industrie

Spirulina Platensis oder Chlorella Vulgaris sind die botanischen Bezeichnungen für die nährstoffreichen Mikroalgen, die neuerdings als Rohstofflieferanten das Interesse der deutschen Industrie auf sich ziehen. Am Institut für Getreideverarbeitung (IGV) in Bergholz/Rehbrücke bei Potsdam wird zur Zeit im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) an der Erschließung neuer Märkte für die vielseitigen Algen in den Industriezweigen Lebensmittel, Pharmazie, Kosmetik und Tierfutter geforscht.

Die bisher nur aus Importen verfügbaren Wasseralgen können mittlerweile mit einem von der Firma B. Braun Biotech International in Melsungen gemeinsam mit dem IGV entwickelten, geschlossenen Glasröhrensystem schon in so großen Mengen gezüchtet werden, dass Europa inzwischen mit fünf Prozent der Weltproduktion den weltweit ersten Platz auf dem Gebiet der Mikroalgen-Biotechnologie eingenommen hat.

Da Mikroalgen infolge ihres Stoffwechsels Schadstoffe abbauen und Wertstoffe synthetisieren, hofft man, dass die regenerative Algen-Biomasse auch im Bereich der Bio-Ökologie für die Sanierung von Gewässern, die Rekultivierung von Ödland und die nachhaltige Energiegewinnung eingebracht werden kann. So fördert die AiF an der Märkischen Fachhochschule in Iserlohn ein Projekt, mit dessen Erfolg das botanische Wunder auch seine Tauglichkeit als Energielieferant unter Beweis stellen soll. Professor Dieter Ihrig erforscht hier die Möglichkeit, mit Hilfe der Algen einen biologischen Solarenergiegenerator zu entwickeln, der dann, kombiniert mit Brennstoffzellen, eine vielversprechende Bio-Energiequelle für die Zukunft darstellen würde.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Bocholter-Borkener-Volksblatt vom 28. September 2001.

Source: Bocholter-Borkener-Volksblatt vom 28. September 2001.

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