9 Mai 2008

Mikroalgen als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts

Österreichischer Biomasse-Verband fordert die sofortige Einführung der Mikroalgenproduktions- und Verwertungstechnologie.

Die sofortige Einführung der Mikroalgenproduktions- und Verwertungstechnologie als neue zentrale Schlüsseltechnologie fordert Dipl.-Ing. Josef Plank vom Österreichischen Biomasse-Verband anlässlich des Vortrages von Prof. Dr. Otto Pulz vor dem Club Niederösterreich.

Die US-Versuche in Arizona im Sommer 2007 haben erstmals in einem 3-wöchigen Praxistest erwiesen, dass Mikroalgenkulturen unter optimalen Wachstumsbedingungen 10 bis 25 Mal mehr Sonnenenergie speichern als Landpflanzen. Bis 10% der eingestrahlten Sonnenenergie werden dabei in speicherbare Biomasse umgewandelt. Im Vergleich dazu nutzen Landpflanzen nur 0,5 bis 1% der Sonnenenergie für die Biomasseproduktion aus. Dies entspricht Hektarerträgen von 200 bis 400 Tonnen Biomasse bei den Mikroalgenkulturen gegenüber 10 bis 30 Tonnen bei der Landpflanzennutzung.

Mikroalgenarten können aber auch für den pharmazeutischen Sektor, für die Lebensmittel- und Eiweißfutterproduktion und für eine große Anzahl von Chemierohstoffen herangezogen werden. Teilweise geschieht dies im pharmazeutischen Sektor und im Lebensmittelsektor bereits.

Mikroalgen sind daher eine Schlüsseltechnologie zur Lösung der globalen Energie-, Klima-, Ernährungs- und Umweltprobleme. Dipl.-Ing. Plank fordert daher die Verantwortlichen auf, die Entwicklung der Mikroalgenproduktionstechnik und Verwertungstechnik zu einem Schlüsselthema der Technologieforschung und Entwicklung zu machen. Ähnlich wie z.B. der Nanotechnologie deckt die Mikroalgenproduktion- und Verwertungstechnik ein breites Verfahrenstechnikspektrum auf, das für eine nachhaltige Wirtschaft dringend notwendig ist.

Steigende Ölpreise, steigende Klimaschutzerfordernisse sowie steigende Nahrungs- und Futtermittelproduktionserfordernisse unter den Bedingungen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft werden rasch zu einer weltweiten wettbewerbsfähigen Mikroalgenproduktion führen.

Limitierender Faktor für diese Produktion ist nicht mehr die Energie von der Sonne, sondern das erforderliche Nährstoffangebot. Bei der Entwicklung dieser Systeme muss daher von vornherein auf möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe geachtet werden. Dies ist auch für die CO2-Zertifizierung wichtig. Die Umwandlung der Algenbiomasse in Treibstoffe und Strom ist der zweite notwendige Verfahrensschritt, den es zu entwickeln und optimieren gilt.

(Vgl. Meldungen vom 2008-05-05 und 2007-12-12.)

Source: Club Niederösterreich, Pressemitteilung, 2008-05-09.

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