7 Oktober 2004

Methanol aus Biomasse noch nicht wettbewerbsfähig

Für die Herstellung von Biodiesel aus Rapsšl ist der Einsatz von Methanol auf fossiler Basis notwendig. Als Ergebnis dieses Umesterungsprozesses entstehen Fettsäuremethylester und hochwertiges Glyzerin pflanzlichen Ursprungs. Glyzerin ist ein gefragter Rohstoff der oleochemischen sowie der Kosmetikindustrie. Obwohl das Mineralölsteuergesetz per Definition eindeutig die Verwendung von fossilem Methanol zur Herstellung von steuerbefreitem Biodiesel regelt, wurde vor diesem Hintergrund wiederholt gefordert, ebenfalls als Option den Einsatz von Biomethanol zu prüfen.

Zur Versachlichung dieser Diskussion hat die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) das Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung (ZSW), Stuttgart, mit der Evaluierung dieser Fragestellung beauftragt. Unter dem Titel “Gewinnung von Methanol aus Biomasse” ist die Studie jetzt auf der Homepage der UFOP veröffentlicht.

Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Es existiert zurzeit keine kommerziell betriebene Anlage zur Erzeugung von Methanol aus Biomasse.

  • Die Technologie zur Vergasung von Biomasse in kleinen Einheiten (10 bis 100 Megawatt thermisch) ist zurzeit noch nicht Stand der Technik, sondern befindet sich im Versuchs- bzw. Prototypstadium.
  • Die Technologie zur Erzeugung von Methanol in kleinen Einheiten (z.B. 100.000 t ) ist zwar prinzipiell Stand der Technik, die spezifischen Investitionskosten liegen aber um ein mehrfaches über denen konventioneller Methanolanlagen.
  • Der Preis am Amsterdamer Spotmarkt lag im Jahr 2003 im Bereich von 130 bis 210 EUR je Tonne, im August 2004 bei 230 EUR je Tonne. Demgegenüber stehen die geschätzten Kosten für Methanol auf Basis von Biomasse zwischen 320 und 400 EUR je Tonne. Wird Methanol auf Basis von Biogas hergestellt, variieren die Kosten zwischen 150 und 500 EUR je Tonne.

Das ZSW stellt fest, dass Biomethanol zurzeit aus anlagentechnischen Gründen praktisch nicht verfügbar ist und zudem zu einem erheblich höheren Preis in Abhängigkeit von den Rohstoffkosten hergestellt und angeboten werden müsste. Die UFOP begrüßt deshalb die Initiative der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., im Förderschwerpunkt synthetische Kraftstoffe aus Biomasse insbesondere die Anlagentechnologien mit dem Ziel Effizienzsteigerung und Kostenminimierung zu fördern.

Die Studie steht hier zum Download bereit.

Source: UFOP-Pressemeldung vom 2004-10-07.

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