30 September 2004

Mehr Wald, mehr Holz, mehr Laubbäume

Die Waldfläche, der Holzvorrat und der Anteil der Mischbestände in den bayerischen Wäldern sind in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen. Das gab Forstminister Josef Miller bei der Vorstellung der landesweiten Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur (BWI II) im Landwirtschaftsausschuss des Landtags bekannt.

Die Waldfläche hat in diesem Zeitraum um 7.000 Hektar auf insgesamt 2,56 Millionen Hektar zugenommen. Der Holzvorrat stieg um 23 Prozent auf knapp eine Milliarde Kubikmeter. Besonders erfreulich ist laut Miller, dass in Bayerns Wäldern immer mehr Laubbäume stehen – ihr Anteil nahm um sechs auf jetzt 32 Prozent zu. In den jüngeren Waldbeständen liegt er sogar bei 49 Prozent.

Das Plus von insgesamt 130.000 Hektar Buchen, Ahornen, Eichen und Birken im Staats-, Privat- und Körperschaftswald kommt für den Minister nicht von ungefähr: “Bayerns Waldbesitzer und Förster haben mit hohem finanziellen Aufwand landesweit stabile, standortgerechte und ertragreiche Mischwälder aufgebaut.” Dies sei eine Bestätigung bayerischer Forstpolitik, die seit Jahrzehnten erfolgreich auf naturnahe Forstwirtschaft setzt und die Waldbesitzer dabei gezielt mit Förderprogrammen unterstützt. Mit der Forstverwaltungsreform werde dieser Kurs konsequent weiter geführt, um die Wälder gegenüber Gefahren wie den Klimawandel zu stabilisieren, bekräftigte der Minister.

Zugelegt hat seit der ersten Inventur 1987 auch der durchschnittliche Holzvorrat: Er liegt aktuell bei rund 400 Kubikmeter pro Hektar – das ist ein Plus von 23 Prozent. Damit sind Bayerns Wälder so holzreich wie noch nie. Den Löwenanteil stellen die Nadelbäume wie Fichten, Kiefern und Tannen mit 76 Prozent. Während größere Forstbetriebe den Zuwachs weitgehend abschöpfen, sind im kleineren Privatwald (bis 50 Hektar) die Vorräte auf Grund geringerer Entnahmen überdurchschnittlich gewachsen. Ziel sei es deshalb, so der Minister, diese Wälder stärker zu durchforsten, um die Stabilität der Bestände zu optimieren. Dabei setze man auf die Zusammenarbeit von Waldbesitzern, leistungsfähigen Forstzusammenschlüssen und der staatlichen Forstverwaltung.

Dass es bei der nachhaltigen Nutzung des umweltfreundlichen Rohstoffes Holz noch deutliche Spielräume gibt, bestätigen die jetzt vorgelegten Ergebnisse: Weniger als zwei Drittel der jährlich dazukommenden Holzmenge von 33 Millionen Kubikmeter wurden in den 15 Jahren geerntet. Pro Jahr steht rechnerisch dem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 1,2 Kubikmeter Holz ein Zuwachs von 2,6 Kubikmeter gegenüber. Für den Minister ein Grund mehr, für den verstärkten Einsatz von Holz und Holzerzeugnissen zu werben: “Holz wächst ausreichend nach und spart energieintensive Werk- und Baustoffe sowie fossile Energieträger.”

Das Ökosystem Wald ist dadurch nicht gefährdet. Schon heute gelten 75 Prozent der bayerischen Waldbestände als naturnah. Die erste Bundeswaldinventur (BWI I) fand 1987 im 4 x 4 Kilometer-Raster statt. An den selben rund 2.700 Aufnahmepunkten haben Forstbeamte der Staatsforstverwaltung vor zwei Jahren zahlreiche forstliche Kennwerte wie Holzvorrat, Besitzart, Baumartenzusammensetzung und Waldaufbau, Naturnähe sowie Menge abgestorbener Bäume erhoben.

Source: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 2004-09-29.

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