21 März 2005

Mehr Holznutzung durch neue Werkstoffe auf Basis von Holz

Zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März erklärt Cornelia Behm, waldpolitische Sprecherin:

Die Wertschätzung des Waldes als Lebens- und Erholungsraum ist nur eine Seite der Medaille. Die andere zeigt den Wald als Wirtschaftsfaktor, der mit Holz den nachwachsenden Rohstoff Nummer eins liefert. Die Schlagzeilen über die dramatische Verschlechterung des Waldzustandes im letzten Jahr dürfen nicht zu dem Trugschluss verleiten, die wirtschaftliche Nutzung des Waldes müsste besser unterbleiben. Dies wäre sowohl aus Sicht der Wirtschaftspolitik als auch der Umweltpolitik die falsche Konsequenz. Im Gegenteil: Eine Erhöhung der Holznutzung ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll.

Heimische Wälder können erheblich mehr Holz nachhaltig liefern als bisher genutzt wurde. In den Jahren 1987 bis 2002 betrug die Nutzung in den alten Bundesländern nur 61 Prozent des Zuwachses. So wuchsen die Vorräte in den letzten Jahrzehnten auf Rekordniveau. Diese Holzvorräte zu nutzen ermöglicht den dringend notwendigen Waldumbau weg von Nadelholz-Monokulturen hin zu artenreicheren, stabileren Wäldern.

Die Steigerung der Holznutzung leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, weil dadurch Roh- und Brennstoffe aus fossilen Quellen ersetzt werden und Holz in der Gesamtbilanz CO2-neutral verbrennt. Außerdem wird der Werkstoff Holz erheblich energiesparender bereitgestellt als andere Werkstoffe. Die Erzeugung von Aluminium verbraucht 126 mal so viel Energie wie die von Holz. Bei der Erzeugung von Stahl sind es 24 mal, bei Kunststoff sechs mal und bei Zement vier mal so viel.

Holz kann und sollte also von den Verbrauchern künftig in vielen Alltagsbereichen wieder stärker nachgefragt werden, um uns vom Erdöl unabhängiger zu machen. Allerdings muss gewährleistet sein, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Besonders wichtig beim Kauf ist es, Holz aus illegalem Einschlag zu vermeiden. Wenn die Verbraucher beim Kauf auf Zertifikate wie FSC oder Naturland achten, tun sie nicht nur etwas für den Klimaschutz, sondern auch für die Bewahrung der Artenvielfalt.

Der wirtschaftliche Vorteil einer stärkeren Nutzung des heimischen Holzes für Deutschland liegt auf der Hand: Die stoffliche und energetische Verwertung von Holz ersetzt teure Erdölimporte und vermindert so den Kapitalabfluss aus Deutschland, den der Kauf von immer teurer werdendem Erdöl mit sich bringt. Stattdessen entstehen mit den Investitionen in den Rohstoff Holz neue Arbeitsplätze in der deutschen Forst- und Holzwirtschaft. Die regionale Wertschöpfung wird gestärkt.

Mehr Holzeinsatz wird vor allem durch die Erschließung neuer Märkte möglich. Mittel- bis langfristig bieten vor allem neue Werkstoffe auf Basis von Holz Perspektiven. Neuentwicklungen wie Thermoholz, Flüssigholz, Holzkeramik und Verbundwerkstoffe aus Holz zeigen, welche Möglichkeiten hier bestehen. Allerdings bedarf die Entwicklung neuer Werkstoffe sehr vieler Innovationen – und den Einsatz der erforderlichen Mittel für Forschung, Entwicklung und Demonstration. Daneben bietet sich ein wachsender Markt für den Brennstoff Holz, der im Wärmemarkt am effizientesten verwertet werden kann. Vor allem Holzsegmente, die nicht stofflich genutzt werden können, sowie Alt- und Restholz eignen sich als Energieträger.

Kontakt
Büro Cornelia Behm (MdB)
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Mitgl. im Ausschuss f. Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel. 030-227 71566, Fax 76165
Internet: www.cornelia-behm.de

Source: Pressemitteilung Nr. 215 der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN vom 2005-03-18.

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