31 Juli 2006

Mecklenburg-Vorpommern: Neuartige Aufforstungssysteme zur kombinierten Produktion von Nutzholz und Biomasse

Minister Till Backhaus stellt erste Ergebnisse im Revier Retzow vor

“Wir versprechen uns von dieser erstmals in Deutschland praktizierten Form der Erstaufforstung vielfältige Vorzüge”, so Minister Backhaus. “Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Aspekte. Wir gehen davon aus, dass die Preise für fossile Energieträger in Verbindung mit ihrer zunehmenden Verknappung weiterhin ansteigen werden. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach regenerativen Energiequellen zunehmen und damit die Produktion energetisch nutzbarer Biomasse wirtschaftlich an Attraktivität gewinnen.”

Die untersuchten neuen Erstaufforstungssysteme unterscheiden sich von herkömmlichen Aufforstungen sowohl im Produktionsziel als auch in der Art der Bewirtschaftung. So soll mit den neuen Aufforstungskonzepten neben Nutzholz zugleich Holzbiomasse für die energetische Verwendung produziert werden. Dabei werden als eine Aufforstungsvariante streifenweise und im Wechsel “Nutzholzbaumarten” neben “Biomassebaumarten” gepflanzt.

Bei den Baumarten zur Biomasseproduktion handelt es sich um besonders schnellwüchsige Sorten der Pappel oder Weide. Die Ernte erfolgt im Kurzumtrieb von 5 bis 7 Jahren, in dem der Aufwuchs vollständig auf den Stock gesetzt wird. Anschließend treiben die Stöcke wieder aus, so dass der Produktionsprozess über einen Zeitraum von ca. 25 Jahren mehrfach wiederholt werden kann. Danach lässt die Fähigkeit zum Stockausschlag spürbar nach und von nun an übernehmen die mit angebauten Nutzholzbaumarten allein die Produktionsfunktion. Auf der Aufforstungsfläche in Retzow ist dieses die Erle.

“Schon heute kann der gesamte Holzbedarf von den im Land vorhandenen und im Bau befindlichen Biomassekraftwerken nicht sicher gedeckt werden. Somit wird die Erschließung weiterer Möglichkeiten der Energieholznutzung zu einer sehr wichtigen Zukunftsaufgabe”, sagt Minister Backhaus. Für die Forstwirtschaft könnten sich aus dem Projekt neue Einnahmequellen ergeben.

Gefördert wird das Forschungsprojekt durch die Jost Reinhold Stiftung mit 100.000 Euro. Die Stiftung ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des ländlichen Raumes und seiner nachhaltigen Entwicklung.

Source: infoholz.de vom 2006-07-25.

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