20 September 2005

Maschinenringe besichtigen Biogasanlage in München: Neue Technologie zur Vergärung von Feststoffen

Die Zeiten, in denen der Betrieb von Biogasanlagen fast ausschließlich auf Landwirte mit Viehhaltung und damit mit großen Mengen an Gülle beschränkt war, sind – zumindest aus technischer Sicht – vorbei. Rund 100 interessierte Besucher konnten sich auf Einladung der BMR Service GmbH ein Bild von der innovativen Technologie der Trockenfermentation machen.

Die Anlage der Firma BEKON in München ist ein gutes Beispiel für diese neue Generation der Biogasproduktion. Hier werden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt München Bioabfälle von Privathaushalten zu sauberem Ökostrom verwertet. Für die Trockenfermentation sind auch landwirtschaftliche Substrate wie Mais, Gras, Getreide, Stroh und Ganzpflanzensilage geeignet.

Die Pilotanlage, die bereits seit drei Jahren in Betrieb ist und von Anfang an vom Institut für Kreislaufwirtschaft wissenschaftlich begleitet wurde, wurde nun interessierten Landwirten als Alternative zur bisherigen Nassvergärung vorgestellt. Mit der neuen Technologie ist es möglich, auch mit hohen Trockensubstanzgehalten Strom zu produzieren. Der für die Nassfermentation typische kosten- und zeitintensive An- und Abtransport der Flüssigphase entfällt hierbei. Das Substrat bleibt auch während des Gärvorgangs stapelbar und kann nach der Gasgewinnung problemlos gelagert werden. Eine echte Alternative also für viehlose Betriebe oder beispielsweise Landwirte mit großen Mengen an Grüngut.

Einfache Bedienung der Anlage

Die Trockenfermentationsanlage wird nach dem Prinzip des “Batch-Verfahrens” betrieben, das Befüllen und Entleeren der Biogasanlage erfolgt bequem mit dem Radlader nach dem Rein-Raus-Prinzip. Zudem fallen spürbar weniger Energiekosten während der Gasproduktion an, weil das Substrat nicht wie bei der Nassfermentation regelmäßig bewegt und durchgerührt werden muss. Die Vorteile der Anlage stießen bei den Besuchern auf überaus großes Interesse. Peter Lutz von der Firma Bekon sowie Dr. Martin Wittmaier vom Institut für Kreislaufwirtschaft Bremen beantworteten die zahlreichen fachlichen Fragen gerade zu Gasausbeute, Lebensdauer und Substratzusammensetzung. Viele der Landwirte waren erstaunt, wie einfach und wenig zeitintensiv eine derartige Anlage zu bedienen ist.

Maschinenringe als Partner bei der Realisation

Auch Fragen zur Finanzierung wurden thematisiert. Als Fachreferent erläuterte Herr Frank Lustermann von der Deutschen Leasing AG, dass ein Projekt wie die Errichtung einer Biogasanlage am besten in der Zusammenarbeit starker Partner funktioniere. Landwirte, Maschinenringe, Hersteller und Finanzierungsexperten seien als Team gefordert, um ökonomisch zu arbeiten. “Aufgrund des hohen Flächenbedarfs für den Substratanbau sind in erster Linie Gemeinschaftsanlagen interessant” so Anita Walter von der BMR Service GmbH, “da sind vor allem die Maschinenringe gefragt”. Die Finanzierung und Realisation einer Biogasanlage werde wesentlich einfacher, wenn sich mehrere Landwirte mit der Unterstützung ihres Maschinenringes vor Ort zusammen tun.

Rückfragen:
Stephan von Felbert
Tel.: 08431 / 64 99 460
E-Mail: BMR.ev@maschinenringe.com

(Vgl. Meldung vom 2004-05-28.)

Source: Pressemitteilung der Maschinenringe e.V. vom 2005-09-19.

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