26 Januar 2007

Margarineindustrie befürchtet Rohstoffverknappung

Preissteigerung bei pflanzlichen Rohstoffen beeinflusst Lebensmittelmarkt

Bestand bisher immer die Gefahr, dass bei steigenden Preisen für Milchprodukte Butter aus den Verkaufsregalen zugunsten der auf Pflanzenbasis hergestellten Margarine verdrängt wurde, hat sich die Situation mittlerweile verändert. Die zu erwartende Preiserhöhung im Bereich der Margarineprodukte erschwert eine Austauschbarkeit der Produkte und verfestigte damit die positive Markttendenz in der Milchproduktion.

“Der Ersatz von Milch und Milchprodukten durch preiswertere Produkte aus dem pflanzlichen Bereich wird zunehmend schwieriger”, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV). Eine Ursache sei der derzeitige Boom in der Bioenergie, der nicht nur die Milchproduktion, sondern auch die Produktion von Margarine, pflanzlichen Ölen und Zucker beeinflusse.

Rapsöl als wichtigster Rohstoff der Margarineindustrie sei nur noch mit spürbaren Preisaufschlägen zu haben. Aufgrund der Preissteigerungen bei Energie, Strom und Gas muss nach Angaben des Verbandes der Deutschen Margarineindustrie diese Situation zu deutlichen Preiserhöhungen führen. Für den Milchmarkt bedeutet diese Entwicklung nach Einschätzung des DBV eine Stabilisierung.

Weltweit ist eine ähnliche Tendenz zu beobachten. Rohstoffe wie Getreide, Zucker, pflanzliche Öle und Mais werden zunehmend zur Herstellung von Biokraftstoffen und Bioethanol verwendet. In den USA hat die Ausweitung der Bioethanol-Produktion die amerikanischen Milchbauern veranlasst, einen Futterkostenzuschuss von der US-Regierung zu verlangen.

Diese grundsätzlichen Entwicklungen verdeutlichen aber, dass das weltweite Angebot von Milch und Milchprodukten zunehmend an Grenzen stößt. Dies muss bei den mittelfristigen Analysen des Milchmarktes mit einbezogen werden, erklärte der DBV. Um die Milchproduktion in Deutschland wettbewerbsfähig zu erhalten und die Verfügbarkeit des Rohstoffes Milch zur Ernährung der heimischen Bevölkerung zu gewährleisten, sind Preisanhebungen sowohl beim Handel als auch eine Anhebung der Milcherzeugerpreise unerlässlich, so der DBV.

(Vgl. Meldungen vom 2007-01-18 und 2007-01-09.)

Source: Deutscher Bauernverband (DBV), 2007-01-25.

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