27 Dezember 2003

Mangel an Stärkekartoffeln – Aktuelle Daten zur Kartoffelstärkeproduktion

Im Jahr 2002 wurden in der EU 1,6 Mio. t Kartoffelstärke produziert. Führende Produzenten sind Deutschland (630.200 t), die Niederlande (458.800 t), Frankreich (271.600 t) und Dänemark (166.800 t). Für 2003 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, aufgrund der Sommertrockenheit werden die Zahlen aber deutlich unter denen von 2002 liegen.

Um diese Menge an Stärke zu produzieren wurden im Jahr 2002 in der EU Stärkekartoffeln auf insgesamt 215.359 ha (Deutschland: 95.071 ha) angebaut und 7,6 Mio. t (Deutschland: 2,9 Mio. t) Kartoffeln geerntet.

Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Stärkegehalt von 21%. Zieht man die ca. 20% Wasser ab, die die Stärke enthält, so kommt man auf einen Stärkegehalt von ca. 17%, wie er allgemein angegeben wird.

Die Kartoffelverwendung in Deutschland ist insgesamt seit Jahren rückläufig. Kamen noch im Wirtschaftsjahr 2000/01 14,1 Mio. t Kartoffeln zum Einsatz (inkl. Import und Auskommen aus Kleinerzeugung) so werden dies im Wirtschaftsjahr 2003/04 nur noch 10,8 Mio. t sein. Hauptgrund hierfür sind veränderte Ess- und Kochgewohnheiten.

Während die Verwendung von Stärkekartoffeln die letzten Jahre relativ konstant blieb, fiel sie aufgrund der Sommertrockenheit im Wirtschaftsjahr 2003/04 auf nur noch 2,3 Mio. t. Christoph Hambloch schreibt hierzu in der ZMP-Marktbilanz:
“Stärkekartoffeln fehlen. Die für deutsche Fabriken vertraglich vereinbarte Liefermenge für das Wirtschaftsjahr 2003/04 wird vom Bundesverband der Stärkekartoffelerzeuger mit aufgerundet 3 Mio. t angegeben. Da die Sommertrockenheit aber dramatische Auswirkungen auf die Anlieferungen an die Stärkefabriken haben wird, geht der BVS seit seiner letzten Mitgliederversammlung Anfang September davon aus, dass mit bundesweit 70 – 75% die niedrigste Vertragserfüllung seit Gedenken zu erwarten ist. Ungeachtet der etwas höheren Stärkegehalte bedeutet dies, dass bis zu 700.000 t weniger Kartoffeln für diesen Sektor kommen werden als im Vorjahr.”

Dennoch bleibt zu bedenken, dass es aufgrund von Lagerbeständen, Im- und Exportströmen und der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Kartoffeln einen “riesigen Puffer” gibt, der eine wirkliche Mangelsituation in der Stärkeversorgung verhindert.

Die gestiegenen Kartoffelpreise werden allerdings kaum zu einem Wechsel zu anderen Stärkequellen führen, da parallel auch die Mais- und Weizenpreise angezogen haben.

Eine Vielzahl weiterer Daten findet sich in der ZMP-Marktbilanz 2003 “Kartoffeln – Deutschland, Europäische Union, Weltmarkt”, die bei der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH (ZMP) bestellt werden kann.

Source: ZMP-Marktbilanz 2003 "Kartoffeln - Deutschland, Europäische Union, Weltmarkt", Dez. 2003.

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