22 September 2003

Leipzig: IAB Anlagenbau geht auf den Biotreibstoffmarkt

Schwierige Rahmenbedingungen prägen den Marktkampf der IAB Anlagenbau aus Leipzig, die sich nach ihrer Insolvenz im Jahr 2000 inzwischen unter der Federführung der Bremer Metz Gruppe wieder in schwarzen Zahlen bewegt. “Dieses Jahr wird sich der Umsatz stabil auf rund acht Millionen Euro belaufen”, schätzt Geschäftsführer Hans-Jürgen Thoma, der für das kommende Jahr indes wieder mit einem Rückgang rechnet.

Ein neues Hoffnungskonzept sieht der Anlagenbauer im künftigen Geschäftsfeld Bio-Diesel und Bio-Alkohol, denn seit vergangenem Jahr sei dies ein “neuer expandierender Markt, an dem wir nicht vorbeikommen”, ist Vize-Geschäftsführer Friedrich Riemann überzeugt. Alternativtreibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen treffen auch hier den Nerv der Zeit: “Umweltschutz und Nachhaltigkeit profitabel unter einen Hut bringen ist momentan unser Ziel.”

Nachdem allerdings schon sicher ist, dass die Betriebsbelegschaft von derzeit 90 Mitarbeitern sich in den kommenden Monaten um etwa zehn Prozent reduziert, hofft man auf künftige Projekte im Bio-Diesel- und Bio-Alkoholanlagenbau. “Unser Ziel, auch im Hinblick auf die Zukunft der Firma, muss die Beschäftigungssicherung sein”, konstatiert Riemann die schwierige Situation des Unternehmens zu Zeiten allgemeiner Investitionsmüdigkeit.

Eine neue Raffinerie zur Altölaufbereitung, die IAB derzeit für den deutschen Investor Puralube GmbH (Frankfurt/M.) in Zeitz errichtet, wird nun Zeugnis erfolgreicher technologischer Entwicklung. Mit einer Jahreskapazität von 80.000 Tonnen Öl soll ab Jahresende auch dem Anspruch des Unternehmens auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit Rechnung getragen werden: “In der weltweit ersten Anlage dieses neuen Verfahrens können zwischen 75 und 80 Prozent des Altöles wieder als neues Öl gewonnen werden”, weist Riemann auf eine stark erhöhte Effizienz der neuen Aufbereitungstechnologie hin.

Auch über die deutschen Grenzen hinweg wird kalkuliert, noch liegt der Exportumsatz der IAB in die nahöstlichen Länder jedoch unter zehn Prozent. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern: “Ausbaumöglichkeiten sehen wir außerdem noch bei Raffinerien im Süden und Osten Europas”, verkündet Geschäftsführer Thoma zuversichtlich.

Source: Leipziger Volkszeitung vom 2003-09-18.

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