22 August 2012

Lausitzring und BASF starten Pilotprojekt mit kompostierbarem Einweggeschirr beim ADAC Masters Weekend

Bioabfall vom Rennwochenende wird zu wertvollem Kompost

In einem Pilotprojekt mit bioabbaubarem Einweggeschirr kommt während der Motorsportveranstaltung ADAC Masters Weekend vom 24. bis 26. August auf dem Lausitzring der bioabbaubare Kunststoff ecovio® FS Paper der BASF zum Einsatz. Die Firma Polster® Catering, Generalcaterer des Lausitzrings, wird an allen Cateringständen während des Veranstaltungswochenendes ausschließlich Kartonschalen und Pappteller zur Verfügung stellen, die kompostierbar sind. In der nächsten Saison folgen dann auch Becher.

Das Einweggeschirr, hergestellt von der Firma Hosti, besteht nicht aus einem konventionellen Kunststoff, sondern aus Papier, das mit einer dünnen Schicht aus ecovio FS Paper beschichtet ist. So steht Einweggeschirr zur Verfügung, das durch die Kunststoffschicht gegen ein Durchweichen geschützt ist, aber nach Gebrauch trotzdem nicht – wie sonst üblich – verbrannt werden muss, sondern mit dem Bioabfall zusammen zu wertvollem Kompost verarbeitet werden kann. Die hochwertige Erde wird anschließend wieder auf dem Lausitzring eingesetzt, zur Aufwertung des durch den Tagebau strapazierten Erdreichs.

Mit diesem so genannten “Closed-Loop”-System (engl.: geschlossener Kreislauf) haben die Projektpartner ein europaweit bisher einmaliges Projekt aus der Taufe gehoben. Der Lausitzring ist die erste große Eventlocation in Europa, die ein solches System einführt. Das Projekt ist Teil des “Grünen Lausitzrings” im Rahmen dessen die EuroSpeedway Verwaltungs GmbH als Betreiber des Lausitzrings umweltfreundliche Technologien unterstützt und testet.

Benutzen – Sammeln – Kompostieren
Um sicher zu stellen, dass die Besucher das kompostierbare Einweggeschirr nach Benutzung auch wieder an den Cateringständen abgeben und es nicht in einer normalen Mülltonne entsorgt wird, erheben die Veranstalter pro Artikel einen Euro Pfand. Die Caterer sammeln das Einweggeschirr, zusammen mit den Speiseresten, in ebenfalls kompostierbaren Müllsäcken und sorgen für den Transport in das Kompostwerk Hörlitz.

Die Betreiber des Kompostwerks haben für die Kompostierung der Bioabfälle vom Lausitzring einen eigenen Bereich vorgesehen, in dem das Abbauverhalten genau beobachtet und gesteuert werden kann. So dient dieses Pilotprojekt nicht nur dazu, sich im Motorsport aktiv für das Thema Ressourcenschonung zu engagieren, sondern auch das Abbauverhalten einer großen Menge von Schalen und Tellern zu untersuchen, die mit ecovio FS Paper beschichtet sind. Die Untersuchung führt der Lehrstuhl für Abfall- und Stoffstromwirtschaft der Universität Rostock durch.

Pilotprojekt: Kompostierbares Einweggeschirr bei Großveranstaltungen
In zahlreichen Pilotprojekten konnte die BASF bereits zeigen, dass Bioabfallbeutel aus ecovio FS in industriellen Kompostanlagen in kurzer Zeit abgebaut werden. Der Kunststoff ecovio erfüllt die strengen gesetzlichen Vorgaben der europäischen Norm EN 13432 zum biologischen Abbau und der Kompostierbarkeit von Verpackungen. Beim Pilotversuch am Lausitzring wird nun zum ersten Mal untersucht, wie sich Einweggeschirr mit ecovio FS Paper-Beschichtung in großen Mengen kompostieren lässt.

Die BASF möchte dieses Closed-Loop-Konzept für bioabbaubares Einweggeschirr zusammen mit Kooperationspartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausbauen: Für den Einsatz bei Großveranstaltungen in Stadien oder auf Messen, oder auch für (Schnell-) Restaurants, Bürokomplexe, Krankenhäuser oder Freizeitanlagen.

Bioabbaubare Kunststoffe: ecovio und ecoflex
Während die ersten ecovio-Produkte auf dem klassischen, erdölbasierten bioabbaubaren Polyester ecoflex® der BASF beruhten, handelt es sich bei ecovio FS Paper um eine Neuentwicklung: Das Material entsteht aus dem nun teilweise biobasierten ecoflex FS und PLA (Polymilchsäure), die aus Maisstärke gewonnen wird. Dadurch setzt sich die dünne Kunststoffschicht auf dem Einweggeschirr des Lausitzring-Pilotprojekts zu mehr als 50% aus nachwachsenden Rohstoffen zusammen, der komplette Artikel besteht sogar aus über 90% organischen Rohstoffen.

Ähnlich wie der Bioabfall selbst werden die ecovio-Moleküle von Mikroorganismen mit Hilfe von Enzymen abgebaut. Entscheidend für diesen Abbau ist nur die Struktur der Moleküle und nicht die Herkunft der Rohstoffe. Am Ende der Kompostierung haben die Mikroorganismen die Pappteller mit der ecovio-Beschichtung vollständig zu Kohlendioxid, Wasser und Biomasse umgesetzt. Das ist ein zentraler Vorteil für die Abfallverwertung, denn die Entsorgungsunternehmen müssen das Geschirr nicht aufwändig aussortieren: Es wird zusammen mit dem übrigen Bioabfall zu wertvollem Kompost.

  • Mehr Information

Details zum “Grünen Lausitzring” finden Sie unter www.lausitzring.de

Detais zu dem Pilotprojekt finden Sie unter www.kuvbb.de

Mehr Informationen zum Biokunststoff ecovio® erhalten Sie unter www.ecovio.de.

Source: Lausitzring und BASF"[www.basf.com], gemeinsame Pressemitteilung, 2012-08-22.

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