22 Juli 2004

Landwirtschaft gestaltet Kulturlandschaft

ilu-Fachtagung zur Biodiversität

Einerseits ist zur Erhaltung der Artenvielfalt schon viel erreicht worden, andererseits ist die Entwicklung aber noch längst nicht abgeschlossen. Das machte die am 13. Juli 2004 durchgeführte Fachtagung “Biodiversität in der Kulturlandschaft” des Instituts für Landwirtschaft und Umwelt (ilu) in Bonn deutlich.

Mit der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes hat die Bundesregierung das Ziel verfolgt, das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz neu zu definieren. Es wird eine neue Grenzlinie zwischen gesetzlich festgeschriebenen und darüber hinausgehenden vertraglichen Regelungen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz gezogen. Dies kann insbesondere Auswirkungen auf die Förderfähigkeit von landwirtschaftlicher Nutzung haben. Hierbei werden auch neue Aspekte außerhalb des Bundesnaturschutzgesetzes zu berücksichtigen sein, wie sie durch die neue Gemeinsame Agrarpolitik der EU, etwa im Rahmen der “cross compliance”-Verordnung formuliert werden. Entscheidend wird sein, inwieweit und in welchem Umfang die einzelnen Länder ihren Regelungsspielraum nutzen.

Einig waren sich die Wissenschaftler darüber, dass die Landwirtschaft unsere Kulturlandschaft wesentlich gestaltet. Ein mehr an Ökologie geht oft einher mit Einkommensverlusten in der Landwirtschaft. Ein Erhalt unserer Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen Funktionen kann nicht allein durch die Landwirtschaft getragen werden. Hier müssen wie bisher verschiedene Agrarumweltprogramme für einen wirtschaftlichen Ausgleich sorgen.
Die Gesellschaft, das heißt wir selbst sind gefragt, inwieweit wir bereit sind, “Naturgüter”, so wie es bei “Kulturgütern” üblich ist, finanziell zu unterstützen. Die Personen aus der Landwirtschaft und dem Naturschutz arbeiten vielerorts bereits sehr gut zusammen.

Auf die Frage, ob es in naher Zukunft (ca. 10 Jahre) noch genügend landwirtschaftliche Betriebe geben werde, die die Pflege und Erhaltung unserer Kulturlandschaft durchführen, konnten die Wissenschaftler keine zufriedenstellende Antwort geben. Hier sind alle gesellschaftlichen Gruppen und interessierte Bürger gefragt, nach tragfähigen Lösungen zu suchen und auch umzusetzen.

Source: aid-Presseinfo 30/2004 vom 2004-07-22.

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