21 Dezember 2007

Kunststoff aus Orangenschalen als Polystyrol-Alternative

US-Firma Novomer will neues Material auf den Markt bringen

Die amerikanische Firma Novomer in Ithaca will jetzt einen innovativen Kunststoff produzieren, in dem sich große Mengen von CO2 binden lassen. Der neue Kunststoff aus dem Öl von Orangenschalen und Kohlendioxid ist in seinen Eigenschaften vergleichbar mit dem weit verbreiteten Polystyrol. Rund 7 Millionen US-Dollar Venture capital hat die Firma dafür einwerben können.

Durch Oxidation des Öls Limonen aus Orangenschalen erhält man Limonenoxid, das sich über Brücken von je einem Kohlendioxid-Molekül zu langkettigen Polymeren verknüpfen lässt (polymerisiert). Die Reaktion ermöglicht ein zinkhaltiger Katalysator. “Der Katalysator erlaubt eine Reaktion innerhalb von Minuten – und zwar bei Raumtemperatur und niedrigen Drücken”, erläutert der Chemiker Geoffrey Coates von der Cornell University, der das Verfahren entwickelt hat.

Der neue Kunststoff ist biologisch abbaubar. Die physikalischen Eigenschaften des Materials sollen durch die Wahl bestimmter Parameter bei der Herstellung in weiten Grenzen eingestellt werden können. So kann es etwa hart oder weich, transparent oder opaque sein. Zum Einsatz kommen soll der neue Öko-Kunststoff zunächst als Verpackungsmaterial und bei der Herstellung von Bechern und Plastikbesteck. Charles Hamilton, der Präsident von Novomer, ist optimistisch, dass die Produktion des neuen Materials nicht teurer sein wird als die Herstellung von Kunststoffen aus Erdöl.

(Vgl. Meldungen vom 2005-01-19 und 2002-09-02.)

Source: Die Welt, 2007-12-20.

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