28 Juni 2002

Künftiges Biomassekraftwerk in Malchin heizt mit Zitronenschalen

Die Schalen sonnengereifter Südfrüchte sollen in Malchin (Landkreis Demmin) für Wärme sorgen. Am Montag wurde mit dem Bau eines Biomasseheizkraftwerkes begonnen, das entlaugte Zitrusschalen verbrennt. Wie die Inergetic AG Schwerin als Projektentwickler mitteilte, werden die Abfälle genutzt, die in dem Malchiner Werk des US-Unternehmens Citrico bei der Herstellung des Geliermittels Pektin anfallen. Die Investitionssumme beträgt nach Angaben von Wirtschaftsstaatssekretär Reinhard Meyer (SPD) rund 30 Mio. EUR. Zwanzig Arbeitsplätze sollen im Heizwerk geschaffen werden.

Das neue Kraftwerk werde von der zweiten Jahreshälfte 2003 an Strom produzieren, die Leistung betrage 10,6 Megawatt. Außerdem entstehe so genannter Prozessdampf für das Pektinwerk. Das hat nach Unternehmensangaben den riesigen Bedarf von 25 bis 30
Tonnen Dampf pro Stunde. Inergetic-Vorstandsvorsitzender Andreas Franke sagte, Malchin sei ein glänzender Beleg dafür, wie durch regionale Kooperation sinnvoll Synergien geschaffen werden könnten, die sich umweltpolitisch auszahlen.

Alleiniger Investor des Malchiner Kraftwerks ist Inergetic zufolge die envia – Energie Sachsen Brandenburg AG. Den Anlagenbau übernimmt die Siemens AG, die Inergetic AG ist für die Baubetreuung verantwortlich.

Nach Abschluss der Projektentwicklung für das Malchiner Werk will sich Inergetic verstärkt auf weitere Biomasseprojekte in Deutschland und Spanien konzentrieren. Für die Provinzen Malaga und Almeria plant Inergetic zwei Kraftwerke, in denen Pflanzenreste verbrannt werden.
In Deutschland soll das mit 20 Megawatt größte Biomassekraftwerk vom nächsten Frühjahr an in Rostock entstehen. In Mecklenburg-Vorpommern betreibt Inergetic bislang drei Biomasse-Kraftwerke in Hagenow, Demmin und Feldberg mit zusammen 80 Arbeitsplätzen.

Source: dpa-Pressespiegel über die Inergetic AG Schwerin vom 2002-06-24.

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