30 April 2003

Künast: Erhalt des Waldes ist Überlebensfrage

“Der Erhalt des Waldes mit seinen vielfältigen Funktionen ist eine Überlebensfrage. Lassen Sie uns gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um dieses wertvolle Natur- und Kulturgut zu schützen”, erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast anlässlich der 4. Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa heute in Wien.

Ein Leben ohne Wald sei undenkbar, so Künast. “Wälder liefern den ökologisch wertvollen nachwachsenden Rohstoff Holz, sind wichtig für die Artenvielfalt und prägen das lokale und globale Klima. Gleichzeitig schaffen sie Arbeitsplätze und haben einen unverzichtbaren Freizeit- und Erholungswert. Angesichts zunehmender Sturm- und Flutkatastrophen müssen wir unsere Lebensweise überdenken. Das Ökosystem Wald muss geachtet und bewahrt werden, um künftigen Generationen die gleichen Möglichkeiten zu erhalten wie wir sie haben.” Deutschland habe ein Maßnahmebündel initiiert, um dieses Ziel zu erreichen.

Künast erinnerte an die Kyoto-Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausemissionen, das Vorhaben, bis 2010 mehr als 10 Prozent des Gesamtenergiebedarfs durch regenerative Energieträger zu decken oder die von der Bundesregierung eingeführte Schwerverkehrsabgabe, um den Schwerverkehr auf die Schiene zu verlagern und so Emissionen zu verringern. Die Bundesregierung wolle die naturnahe Waldbewirtschaftung stärker fördern, die besonders geeignet sei, stabile und gleichzeitig ökonomisch tragfähige Wälder zu schaffen.

Schutzgebiete, in denen die biologische Vielfalt Vorrang habe, machten mittlerweile bereits 20 Prozent der Gesamtwaldfläche aus. Im Rahmen des nationalen Waldprogramms arbeite die Bundesregierung auf eine noch nachhaltigere Waldnutzung hin. So wichtig diese nationalen Anstrengungen auch seien, dauerhafte Erfolge könnten nur durch einheitliches Vorgehen auf internationaler Ebene erreicht werden. Künast: “Europa ist größer geworden und damit auch sein Gewicht in der Welt. Das müssen wir nutzen, um die uns alle betreffenden Ziele der Verbesserung des Klimaschutzes, der Biodiversität, eines globalen Netzwerkes für geschützte Wälder, bessere Rahmenbedingungen für die Forst-, Holz- und Papierwirtschaft zu erreichen”.

Zum Schutz der Wälder in Europa gehöre auch, unfairen Wettbewerb durch Importe aus illegalem Einschlag zu verhindern. “Es sollte unser Ziel sein, dass in Zukunft keine Holzimporte mehr auf unsere Märkte gelangen, bei denen die Herkunft aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung nicht nachgewiesen ist”, so die Ministerin.

(Vgl. Meldungen vom 2003-04-25, 2003-03-24 und 2003-02-26.)

Source: BMVEL-Pressemitteilung Nr. 94 vom 2003-04-28.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email