30 Mai 2008

Kriterien für Natur- und Bio-Kosmetik von NaTrue entwickelt

NaTrue, die im vergangenen Herbst von führenden Naturkosmetik-Herstellern gegründete europäische Interessensvertretung, hat am 15. Mai 2008 ihr Regelwerk als Grundlage für die Zertifizierung von Natur- und Bio-Kosmetika bekannt gegeben. Der zwölfseitige Kriterien-Katalog enthält die Definitionen für Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil und Bio-Kosmetik. Die detaillierte Aufstellung, die auf der Website einsehbar sein soll, enthält Tabellen aller zulässigen Stoffe sowie deren Mindest- und Maximalgehalte und bildet die Grundlage für das dreistufige NaTrue-Label.

Der Interessensverband NaTrue spricht von einem Meilenstein für die Naturkosmetik-Branche durch die Neu-Definition und die detaillierten Richtlinien in drei Stufen. Die Kriterien überträfen die bisherigen am europäischen Markt etablierten Naturkosmetik-Richtlinien vor allem hinsichtlich Strenge und vollständiger Transparenz, erklärt Natrue-Sprecher Michael Leuenberger von der Weleda Schweiz. Die BDIH-Richtlinien verfügten nur über eine Positivliste von ca 15 Bio-Rohstoffen, schreibe keine Bio-Mindestanteile vor und verlangten nur 60% kontrollierte Naturkosmetikprodukte im Sortiment, führt Leuenberger weiter aus. Mit dem veröffentlichten Anforderungskatalog gehe NaTrue weit darüber hinaus.

Die einheitliche europäische Kennzeichnung des NaTrue-Systems erfolgt in drei Stufen:

  • Naturkosmetik: Die erste Stufe beinhaltet eine klare Umgrenzung von natürlichen, naturnahen und naturidentischen Stoffen, die für Naturkosmetika eingesetzt werden dürfen. Dabei sind so genannte Restanteile beliebiger Stoffe nicht erlaubt.
  • Naturkosmetik mit Bio-Anteil: Die zweite Stufe beinhaltet Naturkosmetik mit einem Anteil von mindestens 70% der in einem Produkt enthaltenen Naturstoffe aus kontrolliert biologischer Erzeugung.
  • Biokosmetik: Die dritte und damit höchste Stufe definiert Naturkosmetik in Form von echter Biokosmetik mit einem Anteil von mindestens 95% der in einem Produkt enthaltenen Naturstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau.

Die Zahl der Kompromisse bei der Herstellung von Naturkosmetika müsse auf das Notwendigste begrenzt bleiben, heißt es in der Präambel. Und weiter: Die Definition für Naturkosmetika darf sich nicht mit einer Vielzahl von scheinbar willkürlichen Ausnahmen selbst unterlaufen. Die vorliegenden Kriterien des NaTrue-Labels sollen in Sachen Strenge und vollständiger Transparenz alle bislang am deutschen und europäischen Markt etablierten Naturkosmetik-Definitionen übertreffen. Erlaubt ist ausschließlich die Verwendung von natürlichen sowie gewissen naturidentischen und naturnahen Rohstoffen. Die Liste der zugelassenen Stoffe aus kbA ist jedoch mit einer Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2012 versehen.

In den nächsten Wochen werden gemeinsam mit dem Industrieverband Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel IKW, der als Partner für den deutschen Markt fungiert, die entsprechenden Geschäftspartner definiert und das Verfahren für die Zertifizierung festgelegt, teilt NaTrue mit. Man sei momentan vor allem mit drei renommierten Zertifizierungsorganisationen im Gespräch. Natürlich werde auch die Umsetzung mit dem IKW und weiteren Organisationen/Verbänden im Moment vorangetrieben. NaTrue habe dazu in erster Linie die inhaltlichen Label-Kriterien festgelegt, erklärt Leuenberger. Als Geschäftsführerin von Natrue nimmt Julie Ann Tyrrell aus Großbritannien ihre Arbeit in Brüssel auf. Die Betriebswirtschaftlerin war in der Kosmetikindustrie und im Verbandswesen tätig (Öffentlichkeitsarbeit, internationale Beziehungen).

Gründungsmitglieder von NaTrue sind Laverana/Lavera, Logocos/Logona, Primavera, Santaverde, Wala/Dr. Hauschka und Weleda.

Source: Bio-Markt.info, 2008-05-22.

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