16 Dezember 2003

Kranker Wald, sinkende Holzpreise, drohende Arbeitsplatzverluste in der Forstwirtschaft…

AGDW und DFWR berichten zur Forstpolitik

“Der Patient siecht dahin. Die Kosten der Behandlung sind nicht mehr bezahlbar. Und in diesem Zustand soll er jetzt zu einem Sportfest gehen,” kommentierten die Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW), Michael Prinz zu Salm-Salm und des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), Bürgermeister a.D. Hermann Ilaender, die Situation des Privat- und Kommunalwaldes und der Forstwirtschaft, den ernüchternden Waldzustandsbericht 2003 der Bundesregierung und die Pläne zur Novellierung des Bundeswaldgesetzes.

Die Forstbetriebe befinden sich in einer wirtschaftlich katastrophalen Lage. Die Erträge decken in zahlreichen Betrieben nicht einmal mehr die Kosten. Außerdem haben es einige Ideologen geschafft, ein Klima zu verbreiten, dass es schon fast anrüchig oder Natur-zerstörerisch sei, den Wald zu bewirtschaften und damit Geld zu verdienen.

Vergessen wird dabei, dass die Forstwirtschaft Schutz- und Erholungsfunktionen nur dann voll erfüllen kann, wenn sie auch ökonomisch gesund ist. Immerhin stellen Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft rund 800.000 Arbeitsplätze und geben damit vielen Menschen und Familien Lohn, Arbeit und eine Existenzgrundlage.

Bei einer nachhaltig betriebenen Forstwirtschaft wird in jedem Jahr nur so viel Holz entnommen wie auch nachwächst. Dieses Prinzip ist in vielen Wirtschaftsbereichen übernommen worden. Dass sein Ursprung in der Forstwirtschaft liegt, wird jedoch häufig vergessen. Dagegen soll in dieser für die Forstbetriebe schwierigen Situation das seit Jahrzehnten bewährte Bundeswaldgesetz novelliert werden. Anstatt den Holzabsatz über die von der Bundesregierung angekündigte “Charta für das Holz” anzukurbeln, droht eine weitere Reglementierung und Bürokratisierung der Forstwirtschaft.

“Vorschriften und Auflagen haben noch nie eine Aufbruchstimmung erzeugt,” sagte Präsident Salm. Zudem sollten nach Ansicht der AGDW, bevor das BwaldG als Rahmengesetz novelliert wird, die Ergebnisse der Föderalismuskommission, die sich gerade mit den gesetzgeberischen Rahmenkompetenzen befasst, abgewartet werden.

“Mein größter Weihnachtswunsch wäre, wenn die Kreativität, die auf die Formulierung neuer Paragraphen, z.B. bei der Definition einer angeblich Guten fachlichen Praxis verwendet wird, dazu genutzt würde, den nachwachsenden Rohstoff Holz als Bau- und Werkstoff sowie als Energieträger voran zu bringen”, so Salm.

Zum Jahresende hatten der DFWR und die AGDW gemeinsam nach Berlin geladen, um eine forstpolitische Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben. Im Berliner Forstamt Grunewald wurden an verschiedenen Waldbildern die Auswirkungen der geplanten Novellierung des Bundeswaldgesetzes erklärt. Unter einem Weihnachtsbaum bei Wildsuppe, Glühwein und Stollen konnten die Themen vertieft diskutiert werden.

Kontakt:
Hans Ludwig Körner RA
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW)
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Reinhardtstr. 18
10117 Berlin
Tel.: 030 – 3180 7923
Fax: 030 – 3180 7924
Mobil: 0175-26 27 611
E-Mail: hlkoerner@waldbesitzerverbaende.de
Internet: www.waldbesitzerverbaende.de

(Vgl. Meldung vom 2003-12-11.)

Source: Pressemitteilung der AGDW vom 2003-12-16.

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