9 November 2005

Kosteneffektive Produktion von Bioethanol: NILE-Projekt geht wissenschaftliche Hindernisse an

Das Ziel von NILE, einem neuen Integrierten Projekt zu Bioethanol, besteht darin, die besten Verfahren für eine kosteneffiziente Produktion von reinem Bioethanol aus Lignozellulose vorzuschlagen, die in Verbrennungsmotoren verwendet werden können.

Durch die Senkung der Kosten der Bioethanol-Produktion aus lignozellulosem Ausgangsstoff auf ein Niveau, das diese Technologie für die Europäer kommerziell interessant macht, soll NILE dazu beitragen, den Klimawandel zu verhindern, eine nachhaltige, erschwingliche und sichere Energielieferung für Europa zu entwickeln und industrielles Wachstum und ländliche Entwicklung zu fördern.

“Bioethanol ist ein erneuerbarer Brennstoff im Verkehrssektor, der mit Benzin gemischt werden oder sogar in Reinform verwendet werden kann, um die Erhöhung von Kohlendioxid in der Atmosphäre zu reduzieren”, erklärt Katharina Krell, Generalsekretärin der Europäischen Vereinigung der Forschungszentren im Bereich erneuerbare Energien (European Renewable Energy Centres Agency – EUREC) und Partner im Rahmen von NILE. “Es erzeugt sehr geringe Nettotreibhausgasemissionen, insbesondere wenn es aus lignozellulosen Rohstoffen hergestellt wird, und verhindert somit den Klimawandel.”

Kohlendioxid (CO2) ist das Hauptgas, das für den Treibhauseffekt verantwortlich ist. Die Emissionen des europäischen Verkehrssektors steigen, hauptsächlich aufgrund des zunehmenden Straßengüterverkehrs. Darüber hinaus könnte sich die Energienachfrage für den Straßenverkehr bis 2020 um weitere 50 Prozent erhöhen.

Unter den von der Europäischen Union angenommenen Gesetzen zur Erfüllung des komplexen dreifachen Ziels der Sicherstellung der europäischen Energieversorgung, der Minimierung des Klimawandels und der Förderung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit fordert die Biokraftstoffrichtlinie, dass bis 2010 5,75 Prozent des gesamten Brennstoffs im Verkehrssektor aus erneuerbaren Ressourcen stammen müssen.

Bioethanol wird derzeit aus Rohstoffen wie Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Getreidestärke hergestellt. Lignozellulose Biomasse (LCB), die Reste aus der Land- und Forstwirtschaft sowie Abfallstoffe umfasst, hat den Vorteil, dass sie eine größere Auswahl potenzieller Ausgangsstoffe bietet, die nicht mit der Landnutzung für die Lebensmittelproduktion kollidieren und die günstiger als herkömmliche Bioethanol-Quellen sein werden.

Darüber hinaus ist innerhalb der europäischen Grenzen eine große Menge lignozelluloser Biomasse zu finden, die somit zu dem geopolitischen Ziel der Reduzierung von Energieimporten beiträgt. Die Weiterentwicklung der Umwandlung von LCB in Biobrennstoffe wurde bisher jedoch durch wirtschaftliche und technische Hemmnisse behindert.

NILE ist das erste europäische Projekt, das die gesamte Bioethanol-Produktionskette betrachtet. Es vereint 21 Industrie- und Forschungseinheiten aus elf europäischen Ländern mit komplementärem Fachwissen und Erfahrung, die die gesamte Kette der Bioethanol-Produktion und -nutzung abdecken. Die Endverbraucher des Bioethanols werden ebenfalls in Form eines Autoherstellers einbezogen.

NILE wird vom französischen Erdölinstitut (IFP, Institut Français du Pétrole) koordiniert. Sein Gesamtbudget beläuft sich auf 12,8 Millionen Euro, von denen 7,7 Millionen Euro durch das Sechste Rahmenprogramm für Forschung und Technologische Entwicklung (RP6) der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt werden.

NILE wird neue Technologien für die effiziente Umwandlung von Lignozellulose in Bioethanol (über Hydrolyse und Fermentierung) entwickeln, untersuchen und bewerten. Diese Technologien werden durch die Verwendung einer einzigartigen und vollständig integrierten Pilotanlage geprüft, um verlässliche Daten für globale sozioökonomische und Umweltbewertungen zu erhalten sowie für den Entwurf einer künftigen Demonstrationseinheit.

Die wichtigsten Herausforderungen für das Projekt sind die Verringerung der Kosten der enzymatischen Hydrolyse von Lignozellulose zu fermentierbarem Zucker unter Verwendung neuer künstlicher Enzymsysteme, die Beseitigung der derzeitigen intrinsischen Beschränkungen bei der Umwandlung von fermentierbarem Zucker zu Ethanol und die Validierung der künstlichen Enzymsysteme und Hefestämme in einer vollständig integrierten Pilotanlage.

“Die Idee besteht darin, dass das Projekt zu neuen Patenten und Vermarktungsmöglichkeiten führen soll”, erklärt Guido Zacchi, Professor für Chemietechnik am Lund Institute of Technology. Das Projekt ist von einer einzigartigen Pilotanlage abhängig, die von Etek in Örnsköldsvik (Schweden) betrieben wird, wo die untersuchten Technologien in großem Umfang getestet werden können, um die Kosten und die Auswirkungen auf die Umwelt zu bewerten.

Weitere Informationen sind abrufbar unter: http://www.nile-bioethanol.org/index.html

Kategorie: Programmdurchführung
Informationsquelle: NILE project
Referenz: Na podstawie informacji uzyskanych z projektu NILE
Programm – Akronym: FRAMEWORK 6C, FP6-INTEGRATING, FP6-SUSTDEV
Thematischer Indexkode: Wirtschaftliche Aspekte; Umweltschutz; Innovation,Technologietransfer; Regenerative Energieträger; Wissenschaftliche Forschung; Soziale Aspekte; Verkehr

(Vgl. Meldung vom 2005-10-13.)

Source: CORDIS-News vom 2005-11-07.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email