28 Februar 2003

Korken: Beispiel Rohstoff-Recycling!

Zu schade zum Wegwerfen

Der nachwachsende Rohstoff Kork steht nicht unbegrenzt zur Verfügung – und auch Flaschenkorken sollten nicht als Abfall enden. Dies jedenfalls haben sich die Detmolder Bürger schon seit 1995 auf die Fahne geschrieben. Denn „es lohnt sich, auch die zu sammeln und einer Wiederverwertung zuzuführen”, erklärt Dr. Karin Schäfer-Dubbert von der Detmolder Stadtverwaltung.

Als Sekundärrohstoff dienen ausgediente Flaschenkorken vielen möglichen Zwecken – das fängt bei der selbst gefertigten Pinnwand an und erweitert als verschrotetes Granulat das Anwendungsspektrum bis in den Baubereich. So wird in der Behindertenwerkstatt “Epilepsiezentrum Kork” bei Kehl am Rhein aus dem von der Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe angelieferten “Rohmaterial” der so genannte “RecyKork” produziert und bundesweit als Dämmstoff vertrieben. “Sogar Lehmsteine aus gemahlenen Korkresten, Sand, Lehm und Naturfasern wie Strohhäcksel und Holzspäne werden produziert. Das RecyKork-Lehmbausystem ist ideal für die Sanierung von Fachwerkhäusern”, so Karin Schäfer-Dubbert.

Kork stammt von den im südwestlichen Mittelmeerraum beheimateten Korkeichen, deren Rinde erstmals nach 25 Jahren geschält und dann erst nach sieben bis zehn Jahren erneut beerntet werden kann.” Aber jeder kann helfen, dieser Intensivnutzung vorzubeugen. Korken für die Wiederverwertung zu sammeln, ist ein aktiver Beitrag zum Landschafts- und Umweltschutz”, ist die Umweltberaterin aus dem Fachbereich Stadtentwicklung überzeugt.
Befreit von Metall- bzw. Kunststoffteilen können Korken und Korkplatten in größeren Mengen zum AGA-Recyclinghof, Orbker Straße 75 gebracht werden. Kleinere Mengen von Flaschenkorken nimmt die Stadt Detmold im Foyer des Ferdinand-Brune-Hauses, Rosental 21, entgegen.

(Vgl. Meldungen vom 2003-01-06 und 2002-08-15.)

Source: Lippische Landes-Zeitung vom 2003-02-27.

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