16 Juni 2003

Kompostierbarkeitszeichen für Produkte aus biologisch abbaubaren Werkstoffen von DIN CERTCO und IBAW e.V.

Seit der Rio-Konferenz von 1992 ist der Begriff der nachhaltigen Entwicklung in aller Munde. DIN CERTCO unterstützt nachhaltige Entwicklung durch seine innovativen Zertifizierungen im Umweltbereich. Mit kompostierbaren Werkstoffen können z.B. naturnahe Materialkreisläufe geschaffen werden. Auch flexible Mechanismen zur CO2-Minderungen, wie sie im Kyoto-Protokoll festgelegt sind, können einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung liefern, wenn sie mit der Glaubwürdigkeit, wie sie eine unabhängige Prüfung durch Dritte darstellt, verbunden sind.

logo_deuDIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH bietet die Zertifizierung von kompostierbaren Produkten aus biologisch abbaubaren Werkstoffen an und vergibt hierzu das von der Interessengemeinschaft biologisch abbaubare Werkstoffe e.V. (IBAW) entwickelte Zeichen.

Die Zertifizierung stellt ein Glied eines Kreislaufwirtschaftssystems dar und dient dem Zweck, biologisch abbaubare Produkte anhand einer eindeutigen Kennzeichnung identifizieren zu können und einem hierfür entwickelten Stoffkreislauf zuzuführen. Das IBAW-Zeichen ist damit Information und Werbung für Entsorger und Verbraucher.

Mit der Verabschiedung der dritten Revision des Zertifizierungsprogramms ist es möglich, je nach Wunsch Zertifizierungen auf der Grundlage dreier Normen bzw. Normenreihen durchzuführen: DIN V 54900, DIN EN 13432 und ASTM D 6400.

Nachweise bzw. Prüfberichte sind für die Registrierung von Werkstoffen und für die Zertifizierung von Produkten einzureichen. Prüfungen der chemischen Unbedenklichkeit, der vollständigen biologischen Abbbaubarkeit und der Desintegration müssen nur für Werkstoffe, Halbzeuge und ggf. Zusatzstoffe erbracht werden.

Mit der chemischen Prüfung wird sichergestellt, dass weder organische Schadstoffe – wie Polychlorierte Biphenyle (PCB) oder Dioxine – noch Schwermetalle – wie Blei, Quecksilber und Cadmium – über den Kompost in den Boden gelangen.

Mit den Verfahren zur Prüfung der biologischen Abbaubarkeit und der Desintegration wird der vollständige Abbau der Werkstoffe in einem Prozessintervall üblicher Kompostieranlagen abgesichert.

In einem ebenfalls vorgeschriebenen Pflanzenverträglichkeitstest wird eine schädigende Wirkung der eingebrachten Kunststoffe auf die Kompostqualität geprüft und ausgeschlossen. Außerdem wird in diesen Prüfungen die maximal abbaubare Schichtdicke der Werkstoffe und Halbzeuge festgestellt.

Nach erfolgreicher Prüfung werden Werkstoffe, Halbzeuge und Zusatzstoffe in eine Postivliste aufgenommen. Produkte, die aus registrierten Werkstoffen, Halbzeugen und Zusatzstoffen bestehen, können zertifiziert werden, wenn sie die maximal abbaubare Schichtdicke der für ihre Herstellung verwendeten Werkstoffe, Halbzeuge oder Zusatzstoffe nicht überschreiten.

Kontrollprüfungen werden durchgeführt, um sicherzustellen, dass die bei der Beantragung angegebenen Ausgangskomponenten weiterhin verwendet werden. Dazu werden IR-Spektren aufgenommen und verglichen.

Mit dem Kompostierbarkeitszeichen dokumentieren verantwortungsbewusste Hersteller, dass ihre Produkte den Anforderungen der Produkte im Kasseler Modellversuch entsprechen (vgl. Meldung vom 2003-03-13).

Allgemeine Informationen zu biologisch abbaubaren Werkstoffen finden Sie auch unter: www.ibaw.org.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Dipl.-Ing. Markus Weber
Tel.: +49-(0)30-2601-2731
Fax: +49-(0)30-2601-1610
E-Mail: [email protected]

Anke Sonneck
Tel.: +49-(0)30-2601-2646
Fax: +49-(0)30-2601-1610
E-Mail: [email protected]

Source: Pressemitteilung der DIN CERTCO vom 2003-05-26.

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