13 Februar 2013

Öko-Kraftstoff aus CO2-Abgasen: SGS vergibt ISCC PLUS-Nachhaltigkeitszertifikat

Neue Richtlinie der Europäischen Kommission will Anteil konventioneller Biokraftstoffe begrenzen

Die SGS-Gruppe Deutschland hat das erste ISCC PLUS-Zertifikat für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs ausgestellt. Zertifiziert wurde die isländische Firma Carbon Recycling International (CRI). Deren Anlage produziert unter Nutzung von Energie und CO2-Emissionen der nahe gelegenen Geothermieanlage HS Orka erneuerbares Methanol. Kohlenstoffdioxid aus den geothermischen Abgasen wird dabei mit Hilfe einer eigens durch CRI entwickelten Technologie in den Flüssigkraftstoff umgewandelt und somit wiederverwertet. Das Methanol kann als Benzinbeimischung in Kraftfahrzeugen und als Rohstoff für die Produktion von MTBE, DME sowie anderen Kraftstoffen genutzt werden.

“Unser Recycling-Prozess ist kosteneffizient, reduziert die Treibhausgas-Emissionen und schont die natürlichen Ressourcen”, sagt KC Tran, CRI-Vorstandsvorsitzender. Sowohl der Herstellungsprozess als auch das Endprodukt unterstützen so die Ziele der Europäischen Kommission. Bis 2020 sollen zehn Prozent der fossilen Kraftstoffe im Transportsektor durch ökologische Alternativen ersetzt werden, um so die Treibhausgasemissionen zu senken.

Kürzlich hat die Europäische Kommission zudem einen neuen Entwurf zur Änderung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED) vorgeschlagen. Dieser sieht vor, den Anteil konventioneller Biokraftstoffe auf fünf Prozent zu begrenzen. Die verbleibenden fünf Prozent können durch erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs, produziert beispielsweise aus Abfällen und Reststoffen, ergänzt werden. Vor diesem Hintergrund wurde das ISCC-Zertifizierungssystem entsprechend angepasst. Unter ISCC PLUS sind nun auch Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs berücksichtigt.

“Das CRI-Audit in Island hat gezeigt, dass der Kraftstoff nachhaltig produziert wird, mit hohen Treibhausgaseinsparungen einhergeht und natürlich ohne indirekte Landnutzungsänderungen auskommt”, sagt Dr. Jan Henke von ISCC.

SGS-Expertin Betina M. Jahn ergänzt: “Das Audit der CRI-Methanolanlage war sehr produktiv und hat aufgezeigt, dass ISCC PLUS auch solche innovative Technologien effektiv abdecken kann.” Die SGS ist eine der ersten Zertifizierungsstellen, die Nachhaltigkeitszertifizierungen nach ISCC und gemäß der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie durchgeführt hat. Die SGS bietet mit ihrem weltweiten Netzwerk an qualifizierten Fachauditoren Audit- und Zertifizierungsdienstleistungen zu allen unter ISCC PLUS gelisteten Produktkategorien an.

Kontakt
SGS Germany GmbH
Betina M. Jahn,
Tel. +49 (0)44739439-49
E-Mail: de.sustainability@sgs.com

Über die SGS-Gruppe Deutschland
Die SGS-Gruppe ist das weltweit führende Unternehmen beim Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren. 1878 gegründet, setzt die SGS mit Hauptsitz in Genf mit mehr als 75.000 Mitarbeitern und einem internationalen Netzwerk von über 1.500 Niederlassungen und Laboratorien global anerkannte Maßstäbe für Qualität, Sicherheit und Integrität.
In Deutschland ist die SGS-Gruppe seit 1920 aktiv und bundesweit an rund 40 Standorten präsent. Zu ihr gehören auch die SGS INSTITUT FRESENIUS GmbH und die SGS-TÜV Saar GmbH. Im Auftrag von Herstellern, Händlern oder Regierungen sorgt die SGS mit zahlreichen Inspektions-, Überwachungs- und Prüfdiensten über alle Stufen der Wertschöpfungskette hinweg für mehr Sicherheit, mehr Effizienz und mehr Qualität.

Über CRI
Carbon Recycling International (CRI) gewinnt Kohlendioxid aus Industrieabgasen und wandelt dieses in erneuerbares Methanol – einen flüssigen Fahrzeugkraftstoff – um. CRI wurde 2006 gegründet und ist ein isländisches Unternehmen mit Hauptsitz in Reykjavik und einer Produktionsanlage in Svartsengi.

Source: SGS Germany GmbH, Pressemitteilung, 2013-02-13.

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