2 Dezember 2002

KNT-Schnittholz Wismar: ein wegweisendes Industriezentrum

Beispielhafte Verarbeitung im europäischen Norden

Klausner Nordic Timber – so klingt Unternehmername plus Holzqualität aus Wismars neuer Holzschnittindustrie. Seit Betriebsaufnahme im Juni 1998 auf dem Wismarer Haffeld hat sich hier ein Unternehmen etabliert, das sich sowohl durch eine gewaltige Verarbeitungs-Kapazität (1,3 Mio. Festmeter/Jahr) als auch mit vorbildlicher Verarbeitungs-Qualität abhebt.

KNT verarbeitet vorrangig feinjähriges (langsam gewachsenes) Nadelholz aus nordeuropäischen Wäldern, das sich durch eine feste, schön gemaserte Struktur auszeichnet. Der nachwachsende Rohstoff wird in der Verarbeitung Abfall-frei und vollends verwertet. Die aus dem Brettschnitt (2/3 der Rohware) abfallenden Sekundärrohstoffe Rinde, Hackschnitzel und Sägespäne (1/3 der Rohware) werden im unmittelbaren Umfeld weiter vermarktet. Während die Rinde einem Erdenwerk bei Wismar zur Kompostgewinnung zugeführt wird, können die Sägespäne und Hackschnitzel gleich nach nebenan zur Firma Eggert befördert werden, die daraus Holzfaserplatten fertigt.

Die Produktion läuft hoch modern und Computer-gesteuert, was Vorschubgeschwindigkeiten von bis zu 150 lfm/min erlaubt – entsprechend 216 km Baumstämmen in 24 Stunden! Eine gut ausgetüftelte Logistik ermöglicht, auch die Schwankungen in der witterungsabhängigen Rundholzbereitstellung zu kompensieren, da der Haupt-Holzeinschlag im Winter erfolgt: „80 Prozent unseres Holzbedarfs beziehen wir per Schiff über die Ostsee. Diese Transporte können schon witterungsgefährdet sein. Im Herbst sind es die Stürme, im Winter ist es die Vereisung in den Verladehäfen, was einer besonderen Beachtung bedarf“, weiß Heiko Karstens, Mitarbeiter im Rundholzeinkauf, zu berichten.

Das deutsche Holz hingegen, das die restlichen zwanzig Prozent ausmacht, sichert zwar die Bereitstellung in kritischen Zeiten, kann aber mit der Qualität des Importholzes nicht mithalten: „Das deutsche Holz ist in der Qualität nicht so gut wie das Importholz. Es ist schneller gewachsen. Es wird auch streng von Qualitätshölzern getrennt, um keine Verwischung mit „Nordic“ zuzulassen. Wo Nordic draufsteht, muss auch Nordic drin sein!“, so Karstens Statement.

Fünfzig Prozent des KNT-Schnittholzes werden exportiert, in EU-Staaten, nach Amerika, Japan und Nordafrika.

Source: www.ostsee-zeitung.de vom 2002-11-30.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email