27 August 2004

Künast: Illegalen Holzeinschlag schnell und wirksam bekämpfen

Strengere Einfuhrkontrollen für Holzimporte in die EU gefordert

Wälder insbesondere in den Tropen werden nach wie vor durch illegalen Holzeinschlag rücksichtslos zerstört. Wertvolle Lebensräume werden für immer vernichtet; Familien, die im und vom Wald leben, verlieren ihre Lebensgrundlage. “Vor dem Hintergrund des rasanten Tempos und der kriminellen Energie, mit der der illegale Holzeinschlag in einigen Ländern voran getrieben wird, brauchen wir rasche und wirksame Maßnahmen,” erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast heute in Berlin. Sie begrüße deshalb die Vorschläge der EU-Kommission zur Einführung spezieller Nachweisverfahren für Holzimporte.

Die neuen Nachweisverfahren sollen auf der Basis von bilateralen Partnerschaftsabkommen mit der EU auf freiwilliger Basis eingeführt werden. “Dies geht in die richtige Richtung, aber nicht schnell genug”, so Künast. Gerade Deutschland habe sich immer wieder für gemeinsame EU-Gegen­maßnahmen stark gemacht. Sie sei jedoch skeptisch, ob die jetzt vorgelegten Vorschläge allein bereits ausreichen würden. In Brüssel wolle sie sich für einen konkreten Fahrplan einsetzen, bis zu dem die EU-Grenze für Holz aus illegalem Holzeinschlag dicht gemacht werden kann. Dies solle für den Fall gelten, dass die jetzt angebotenen freiwilligen Absprachen nicht zum gewünschten Erfolg führten.

Zurzeit arbeite das Bundesverbraucherministerium in Zusammenarbeit mit international aktiven Umweltverbänden, dem Bundeskriminalamt und Dienststellen von Polizei und Zoll an einer Verschärfung der Kontrollen gegen die organisierte Kriminalität, die Holztransaktionen im großen Stile auch zur Geldwäsche nutze.

Künast appelliert an den Handel und die betroffene Wirtschaft, auch in eigener Verantwortung gegen illegale Machenschaften vorzugehen. “Es muss sich herumsprechen, dass in Deutschland niemand illegale Waren mehr kauft. Ich bin entschlossen, auch nationale Maßnahmen zu ergreifen, wenn es auf EU-Ebene in absehbarer Zeit keine Fortschritte gibt. Die Abnehmerländer tragen eine Mitverant­wortung bei der Erhaltung der Wälder in der Welt und die Verbraucher müssen vor illegaler Ware geschützt werden”, so Künast.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.verbraucherministerium.de, Rubrik Forstwirtschaft.

Kontakt:
Beate Kohnen (Pressestelle BMVEL)
Rochusstraße 1
53123 Bonn
Tel.: 01888-529-3930
Fax: 01888/529-4306
E-mail: [email protected]
 
(Vgl. Meldungen vom 2004-07-21 und 2004-04-13.)

Source: BMVEL-Pressemitteilung Nr. 213 vom 2004-08-26.

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