16 Januar 2004

Knapp 100 Biogas-Anlagen in Nordrhein-Westfalen

Die Zahl der Biogasanlagen in Nordrhein-Westfalen hat deutlich zugenommen. Seit Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 stieg die Zahl der Biogasanlagen, wenn zur Zeit auch eine verhaltene Weiterentwicklung zu beobachten ist. Bei einer Fachtagung “Biogas”, die die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Haltern im Kreis Recklinghausen durchführte, wurden die neuesten Forschungsergebnisse, Planungsdaten und Informationen zur Einspeisevergütung den 180 Teilnehmern vorgeführt.

Kammerpräsident Karl Meise wies darauf hin, dass sich der Informationsbedarf für die Technik als so beachtlich herausgestellt hat, dass die bundesweite Abstimmung der Beratung alsbald durch ein vom Fachministerium gefordertes Projekt mit dem Namen “Beratungsoffensive Biogas” ergänzt wurde. Diese “außerordentlich sinnvolle Offensive” dient der Erarbeitung von weiteren aktuellen und fundierten Daten für die Planung und Beratung von Biogasanlagen.

Die Landwirtschaftskammer betreibt drei unterschiedliche Biogasanlagen in den Landwirtschafts- und Gartenbauzentren Haus Riswick bei Kleve, Haus Düsse im Kreis Soest und Straelen im Kreis Kleve. Jede der Anlagen hat ein eigenes Konzept, das die hervorragende Chance bietet, spezifische Fragestellungen zu prüfen.

Daneben hat die Landwirtschaftskammer eine Betreiberdatenbank erarbeitet, in der Daten aus inzwischen 74 der knapp 100 in Nordrhein-Westfalen betriebenen Biogasanlagen enthalten sind. Mit dem Erfahrungsschatz und den Spezialversuchen aus Klein- und Großanlagen in den drei Anstalten bietet die Landwirtschaftskammer spezielle Beratungen an. So etwas ist in Deutschland einmalig. Die Landwirtschaftskammer berät in planungsrechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Außerdem bietet sie auch an, den Anlagenbetrieb zu betreuen. Dabei ist wichtig, dass die neuen Anlagen die Umweltbelastung reduzieren.

Durch den Betrieb einer Biogasanlage verbessern die Landwirte die Nährstoffverfügbarkeit ihres Naturdüngers. Gülle beispielsweise verliert durch die Biogasanlage an Geruchsintensivität. Zweiter Vorteil der Biogasanlage ist die Produktion von Energie durch die in der Anlage ablaufende Fermentierung.

Demgegenüber stehen neueste Forschungsergebnisse, die die Landwirtschaftskammer während der Veranstaltung vorlegte. Dabei wurde deutlich, dass viele Anlagen noch nicht optimal ausgenutzt werden. Es könnte mehr Energie erzeugt werden. Bei durchschnittlichen Anschaffungskosten in Höhe von 350.000 Euro pro Anlage ist die Einspeisevergütung ein wesentlicher Punkt bei der Überlegung, eine Anlage anzuschaffen. Die Politiker diskutieren zurzeit über die Erhöhung dieser Vergütung.

(Vgl. Meldungen vom 2003-12-19 und 2003-11-19.)

Source: Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 2004-01-14.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email