23 März 2002

Kein Öko-Zellstoff aus Winnenden

Wer wird die Patente von Natural Pulping AG übernehmen?

Sven Siegles Konzept von der umweltfreundlichen Zellstoffproduktion aus Pflanzenresten wie Ernteabfällen oder Stroh scheiterte an der Säumigkeit eines Schweizer Großinvestors. Nun wird die fast fertige Demonstrationsanlage der Natural Pulping AG verschrottet, 21 Beschäftigte werden arbeitslos. “Es ist bedauerlich, dass es für die in Winnenden aufgebauten Strukturen und das Know-how nun keine Zukunft mehr gibt”, erklärt Insolvenzverwalter Reinhard Schmid, der derzeit mit zwei Interessenten aus China und Nordamerika um den Verkauf der Patente verhandelt.

Auch wenn die Produktion eines Tages im Ausland anlaufen sollte, glaubt Siegle dennoch an seine Idee: “Bei den Verhandlungspartnern handelt es sich um Unternehmen, die sich ernsthaft für eine technische Umsetzung interessieren.” Indessen bemüht sich sein Stuttgarter Anwalt im Auftrag der Gläubiger, zu denen die Risikokapital-Gesellschaften Glasauer Unternehmensberatung, Proximitas und Concorde sowie Privatpersonen aus der Region gehören, um Schadensersatz beim säumigen Investor, der die vereinbarte Kapitalerhöhung von 4,6 Mio. EUR nicht erbracht hatte. “Die Schweizer sind jedoch ebenfalls in Liquiditätsnot, so dass sich die Gläubiger nicht allzu viele Hoffnungen machen sollten”, so das traurige Resümee des Anwalts.

(Vgl. auch Meldungen vom 2002-03-12, 2001-01-22 und 2000-08-27.)

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus
Quelle: Sindelfinger Zeitung vom 2002-03-23.

Source: Sindelfinger Zeitung vom 2002-03-23.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email