3 September 2009

Kabinett beschließt Aktionsplan stoffliche Nutzung

Anteil und Effizienz des Biomasseeinsatzes sollen gesteigert werden

Das Bundeskabinett hat am 2. September 2009 den Aktionsplan der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe verabschiedet. “Der Aktionsplan ist ein wichtiger Impuls, um neben der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe auch die stoffliche Nutzung voranzubringen,” sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner heute in Berlin.

“Er bildet ein Gesamtkonzept, mit dessen Hilfe eine deutliche und anhaltende Steigerung des Biomasseanteils bei der Rohstoffversorgung in Deutschland erreicht werden kann. Eine Intensivierung der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist notwendig, um die international führende Rolle Deutschlands in diesem Bereich zu sichern und auszubauen.”

Der Aktionsplan wurde unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erarbeitet und ergänzt den im April 2009 erarbeiteten Biomasse-Aktionsplan, der sich auf die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe konzentrierte.

Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe vereint ein hohes Innovationspotenzial mit einer hohen Wertschöpfung durch Erzeugung, Verarbeitung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Darüber hinaus leistet sie wichtige Beiträge zum Klimaschutz und zur Sicherheit der Rohstoffversorgung in Deutschland. Schließlich hilft sie mit, Abfälle, die oftmals teuer zu entsorgen sind, zu vermeiden.

Insbesondere im Bereich der Herstellung von biobasierten Chemikalien (Weiße Biotechnologie) und Werkstoffen ist in den kommenden Jahren mit hohen Wachstumsraten zu rechnen. “Schon jetzt trägt die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe dazu bei, 53.000 Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Darüber hinaus ist der größte Teil der 1,2 Millionen Beschäftigen im Holz- und Forstbereich der stofflichen Nutzung zuzurechnen. Ein erheblicher Teil dieser Arbeitsplätze liegt in den ländlichen Räumen und stärkt dort Wertschöpfung und Beschäftigung.” so Aigner.

Der Aktionsplan umfasst zwölf Handlungsfelder, in denen sich die Bundesregierung besonders engagiert, um den weiteren Ausbau der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu unterstützen und zu fördern. Die Umsetzung des Aktionsplans ist eine Querschnittsaufgabe, die nur von Politik, Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und Verbrauchern unter Flankierung der politischen Akteure in Brüssel gemeinsam verwirklicht werden kann. Die Umsetzung der Maßnahmen des Aktionsplans soll nach zwei Jahren überprüft werden.

Der Aktionsplan wird am 8. September in einer halbtägigen Veranstaltung in Berlin in der Öffentlichkeit vorgestellt.

Weitere Informationen

Source: Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Pressemitteilung, 2009-09-02.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email