5 Oktober 2006

Jühnde ohne Öl: Ein Jahr zuverlässige Wärmeversorgung

Das südniedersächsische Bioenergiedorf Jühnde versorgt sich schon seit einem Jahr zuverlässig mit Wärme aus der eigenen Bioenergieanlage. Ca. 3,5 Mio KWh an umweltfreundlicher Wärme wurde ins Dorf mit 750 Einwohnern geliefert. 142 Haushalte sind mittlerweile an das Nahwärmenetz angeschlossen.

Am 27. Oktober.2005 wurde die Wärmeversorgung feierlich aufgenommen und der erste Haushalt mit Wärme versorgt. Die Biogasanlage war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Betrieb. Mittlerweile läuft das 716 KWh Blockheizkraftwerk der Biogasanlage im oberen Volllastbereich und hat schon mehr als 2.8 Mio KWh Strom erzeugt.

Durch die erstmalige Kombination einer Biogasanlage mit einem Holzhackschnitzelheizwerk wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt und technische Abstimmungsarbeiten umgesetzt. Dank der beteiligten Ingenieure und kooperativen Lieferanten konnte das Projekt erfolgreich realisiert werden.

Der vergangene Winter war kälter und länger als erwartet, so dass mehr Holzhackschnitzel als geplant verbraucht wurden. Auch zusätzliche Biomasse für die Biogasanlage wurde beschafft, da Erfahrungswerte für den Verbrauch noch nicht vorlagen.

“Auch die Wärmekunden in Jühnde sind zufrieden”, erklärt Norbert Schröder, der für die technische Betreuung der Wärmekunden und als Elektrofachkraft für die Bioenergieanlage verantwortlich ist. Mehr als 300.000l Heizöl wurden durch umweltfreundliche, CO2 neutrale Wärme ersetzt. Anhand der gestiegenen Ölpreise errechnet sich eine Einsparung von ca 500€ jährlich für jeden Jühnder Wärmekunden.

Derzeit wird in Jühnde das dritte Silo mit Biomasse bevorratet. Nach der Ernte im Juli dieses Jahres (im Wesentlichen Getreide als Ganzpflanze gehäckselt und Gras), wird jetzt noch ca. 60 ha Mais geerntet.

Die Biogasanlage sowie die Strom- und Wärmeerzeugung wird mit der Biomasse und der bereitstehenden Gülle betrieben – ca. 32 to Feststoff und ca. 29 m3 Gülle wird dem Fermenter täglich zugeführt.

Sobald die Anlage richtig am Laufen ist, wird zusätzlich eine Holzhackschnitzel-Trocknungsanlage mit einer neuen Halle errichtet. Hier soll insbesondere die im Sommer überschüssige Wärme des Blockheizkraftwerkes sinnvoll zur Holztrocknung genutzt werden.

Fazit: Es ist möglich, ein ganzes Dorf mit Wärme auf Basis von Biomasse zu versorgen und den Strombedarf des Dorfes umweltfreundlich bereitzustellen – es funktioniert, wenn alle mitmachen!

Original-Pressetext

(Vgl. Meldung vom 2006-06-14.)

Source: www.bioenergiedorf.de vom 2006-09-27.

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