21 November 2006

Jede zweite Kartoffel kommt aus Niedersachsen

Um 19 Prozent ist die niedersächsische Kartoffelernte in diesem Jahr kleiner als 2005 ausgefallen, dennoch bleibt Niedersachsen Deutschlands Kartoffelland Nummer eins. Fast jede zweite hier zu Lande geerntete Knolle stammte auch 2006 wieder, wie bereits in den Jahren zuvor, aus diesem Bundesland.

Von insgesamt 9,8 Millionen Tonnen (t) Kartoffeln wurden in diesem Jahr 4,5 Millionen t in Niedersachsen erzeugt. Weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz liegt Bayern, dort wurden mit 1,9 Millionen t weniger als halb soviel Kartoffeln geerntet wie in Niedersachsen. Daneben wurden nur noch in Nordrhein-Westfalen mit 1,2 Millionen t mehr als eine Million t Kartoffeln erzeugt. In allen anderen Bundesländern lag die Erzeugung deutlich darunter.

Neben dem flächenarmen Saarland wurde die kleinste Ernte in Thüringen mit nur 80.100 t eingefahren. Bei der Höhe der Erträge muss sich Niedersachsen mit 376,8 Dezitonnen (dt) pro Hektar (ha) in diesem Jahr jedoch mit dem vierten Platz hinter Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern begnügen, dort lagen die Erträge geringfügig höher. Zu sehr hatte die Trockenheit im Norden Deutschlands den Kartoffeln zugesetzt, so dass es gegenüber dem vergangenen Jahr mit allerdings überdurchschnittlichen Erträgen zu einem regelrechten Einbruch kam.

2005 wurden in Niedersachsen immerhin 445,5 dt je ha gerodet. Nur in Nordrhein-Westfalen lag der Durchschnittsertrag damals mit 472,1 dt pro ha höher, dort war aber auch der Rückgang durch die Trockenheit in diesem Sommer stärker. Dagegen haben die niedersächsischen Betriebe auf den leichteren Böden mit geringerem Wassernachlieferungsvermögen durch große Investitionen in Beregnungstechnik die Erntemenge und Qualität so weit wie möglich abgesichert.

Die bundesweit um mehr als 15 Prozent kleinere Erntemenge hat zu erheblich höheren und möglicherweise weiter steigenden Erzeugerpreisen geführt, die den Bauern die mengenbedingten Einbußen mehr als ausgeglichen haben. Von der deutschen Kartoffelanbaufläche von 274.100 ha, das war ein Prozent weniger als im vergangenen Jahr, entfielen 119.000 ha auf Niedersachsen.

Ungefähr 7.500 Betriebe zwischen Ems und Elbe befassen sich mit dem Kartoffelanbau. Schwerpunkte sind die Heideregion und das Emsland sowie der Burgdorfer Raum als Zentrum des Frühkartoffelanbaus. Von der gesamten niedersächsischen Erntemenge entfielen knapp 110.000 t auf Frühkartoffeln und gut 850.000 t auf Speisekartoffeln, aber immerhin 1,8 Millionen t auf Kartoffeln für den industriellen Bereich, beispielsweise Stärke- und Chipskartoffeln.

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband vom 2006-11-16.

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