28 Juni 2007

Ionische Flüssigkeiten für Holzaufschluss und Plastikrecycling

An der Nutzung Ionischer Flüssigkeiten forscht der Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik der Universität Erlangen. “Ionische Flüssigkeiten bieten umfangreiche Möglichkeiten für zahlreiche Anwendungen wie etwa in der Feinchemie oder auch die Schaffung von Chemierohstoffen aus Holz”, so Chemiker Andreas Bösmann im Interview mit Pressetext Austria.

“Sie zeichnen sich durch eine Reihe interessanter Eigenschaften aus: Sie sind Salze, die unter 100 Grad schmelzen, sie sind thermisch stabil, nicht entzündlich, haben einen äußerst geringen, kaum messbaren Dampfdruck und verfügen über sehr gute Lösungseigenschaften für zahlreiche Substanzen”, erklärt der Forscher.

Einsatz zur Gewinnung von Chemierohstoffen aus Holz
Im Rahmen eines von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Pilotprojektes “Lignocellulose-Bioraffinerie” arbeitet die Universität Erlangen am Teilvorhaben Holzaufschluss und Komponententrennung.

Das Vorhaben soll die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für die Entwicklung eines Prozesses zum Aufschluss von lignocellulosehaltigen Rohstoffen am Beispiel von Hölzern wie Buche und Pappel legen. Die Komponenten Cellulose, Hemicellulosen, Lignin und die Inhaltsstoffe sollen aufgetrennt und als Chemierohstoffe und Synthesebausteine bereitgestellt werden.

Im Projekt werden die optimalen Extraktionsbedingungen für Alkohole mit und ohne Zusatz ionischer Flüssigkeiten im diskontinuierlichen Betrieb entwickelt sowie Proben für anwendungstechnische Untersuchungen bei den Partnern des Gesamtvorhabens bereitgestellt. Die erhaltenen Ergebnisse werden dann im Technikum auf den nächstgrößeren Maßstab übertragen.

Durch ökonomische Begleituntersuchungen werden das Rohstoffaufkommen, die Logistik einer Anlage und die verschiedenen Stoffströme bewertet. Die Ergebnisse des Projektes werden zu einer technischen, ökonomische und ökologische Bewertung des Gesamtverfahrens zusammengefasst, so dass für die industriellen Partner eine konkrete Entscheidungshilfe für die mögliche Umsetzung des Verfahrens gegeben ist.

Ionische Flüssigkeiten für Kunststoffrecycling
Den Wissenschaftlern Akio Kamimura und Shigehiro Yamamoto von derYamaguchi Universität in Ube/ Japan ist es in Laborversuchen gelungen, Plastik mit Hilfe ionischer Flüssigkeiten in seine ursprünglichen Bestandteile aufzuspalten. Die Forscher sehen in der Methode eine Chance, wertvolle Kunststoffe wiederzuverwerten.

Näheres zu den Forschungen aus Japan lesen Sie bei Pressetext Austria im Beitrag Ionische Flüssigkeiten recyceln Kunststoffe umweltfreundlich.

(Vgl. Meldungen vom 2007-05-04, 2006-08-30.)

Source: pressetext.austria, 2007-06-22 und Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V..

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