4 Juni 2001

Interview mit dem Leiter des Koordinierungsbüros zu Bollewick

Jan Hinrich Böttcher, Leiter des neuen “Koordinierungsbüros für nachwachsende Rohstoffe in Bollewick” (Mecklenburg-Vorpommern), im E-Mail-Interview mit Marion Kupfer, nova-Institut, zur künftigen Modellregion Müritz (vgl. auch Meldung vom 22.05.01 und 31.05.01).

nova: Welchen Landkreis umfasst derzeit das Arbeitsfeld des Koordinierungsbüros?

J.H. Böttcher: Die Landkreise Müritz, Mecklenburg-Strelitz, die kreisfreie Stadt Neubrandenburg, Teile der Landkreise Demmin, Parchim und Ostprignitz-Ruppin, Zusammenarbeit gibt es auch mit einer Initiative im Kreis Güstrow (Biogene Treib- und Schmierstoffe).

nova: Welche Projekte sind inzwischen aktiv in Arbeit?

J.H. Böttcher: Einmal die Vorbereitung zum Aufbau einer Faseraufschlussanlage für Flachs und Hanf nach neuer Technologie in der Seenplatte; dann eine Markterprobung von Catering-Geschirr aus Kartoffelstärke (Förderantrag läuft noch, Beginn vorauss. 1.7.2001), außerdem die Mitarbeit im Projekt “Biomasselogistik” der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), darüber hinaus Aktivitäten zur Errichtung von Biomasse-Höfen und Etablierung von Dienstleistung im Bereich der Holzheizung Es gibt bereits einen Versuchsanbau von Leindotter und die Unterstützung einer Initiative zur Einrichtung eines Zentrums für die Anpassung von Motoren an biogene Treibstoffe mit Tankstelle.

nova: Welches sind die nächsten Ziele?

J.H.Böttcher: Zum Einen die Intensivierung der “Scheunengespräche zu nachwachsenden Rohstoffen” in Form von themenspezifischen Arbeitsgruppen, des Weiteren Akquisition von Fördermitteln für die Vorhaben und für Machbarkeitsstudien sowie die Identifikation weiterer, hervorragend qualifizierter Partner

nova: Wieviele landwirtschaftlichen, Verarbeitungs- und Forstbetriebe haben sich schon um Mitwirkung bemüht?

J.H.Böttcher: Bisher haben ca. 15 kommerzielle Betriebe konkretes Interesse an der Zusammenarbeit bekundet, davon etwa zur Hälfte Erzeuger.

nova: Wie weit ist der Kabinettsbeschluss zum Innovationsprogramm?

J.H.Böttcher: Nach Information des Landwirtschaftsministeriums vom 31.05.2001 wird der Müritzkreis Modellregion werden, ein Kabinettsbeschluss ist jedoch nicht vor der Sommerpause zu erwarten.

nova: In welcher Form kann die Fachagentur in Gülzow das Projekt unterstützen?

J.H.Böttcher: Z.B. durch Erfahrungsaustausch, die Abgabe von Broschüren etc. zur Weitergabe an Interessenten sowie auch Förderung einzelner Projekte.

nova: Gibt es schon nennenswerte Investitionsvorhaben/Sponsoren?

J.H.Böttcher: Nein, noch nicht konkretisiert, das ist verständlicherweise nach 10 Wochen Tätigkeit auch noch nicht zu erwarten.

nova: Ist geplant, auch das Nachbarland Polen mit einzubeziehen?

J.H.Böttcher: Im Projektbereich Fasern hat die Zusammenarbeit mit dem Naturfaserinstitut Poznan (sowie weiteren europäischen Partnern) bereits begonnen. (Vgl. hierzu Meldung vom 10./12.04.01).

nova: Vielen Dank für das Interview.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Intern und E-Mail-Interview vom 04.06.2001.

Source: Intern und E-Mail-Interview vom 04.06.2001.

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