2 Februar 2004

Internationale Zellstoffkonzerne zerstören Urwälder für die Papierproduktion

Händler, die heute zu Europas größter Papier-Messe PAPERWORLD strömten, erlebten einen ganz besonderen Empfang: UmweltaktivistInnen von ROBIN WOOD, Pro REGENWALD und urgewald begrüßten sie mit Protestschildern gegen die Zerstörung der Wälder in tropischen und nordischen Regionen.

Zwei sehr lebendig wirkende Orang Utans und ein Bär forderten die BesucherInnen auf, kein Papier zu kaufen, für das ihre Wälder geplündert werden. Auf dem Messevorplatz hatten AktivistInnen ein zehn Meter langes Transparent gespannt: “Papier zerstört Wälder – Recyclingpapier nicht”.

Weltweit enden rund 40 Prozent aller kommerziell eingeschlagenen Bäume als Zellstoffbrei in den Mühlen der Papierindustrie. Die Deutschen sind wahre Weltmeister im Papierverbrauch. 230 Kilogramm verbraucht hierzulande jeder durchschnittlich pro Kopf und Jahr; weltweit liegt der Verbrauch mit 50 Kilogramm im Schnitt erheblich niedriger.

Die katastrophalen Auswirkungen der Papierverschwendung in den Industriestaaten bekommen andere zu spüren. Menschen auf der indonesischen Insel Sumatra zum Beispiel. Große Zellstoffkonzerne wie Asia Pulp & Paper (APP) und Asia Pacific Resources International (APRIL) haben dort Menschen von ihrem Land vertrieben, große Urwaldflächen zerstört und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Auch die letzten Lebensräume des Orang Utans sind durch die Rodungen auf Sumatra akut bedroht. Mit dem Papier von APP und APRIL werden auf der PAPERWORLD Geschäfte gemacht – APP hat dort einen Messestand ebenso wie Deutschlands größter Papiergroßhändler, Papier Union, der das Papier von APRIL vertreibt.

“Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie die letzten Urwaldriesen als Papierstapel in deutschen Büros enden”, sagt Peter Gerhardt von ROBIN WOOD. “Gemeinsam mit den großen Umweltschutzorganisationen Indonesiens fordern wir heute den deutschen Handel auf, ab sofort auf Raubbau-Papier aus Indonesien zu verzichten.”

Raubbau für Papier findet auch in den nordischen Wäldern statt – in Nordamerika, Russland und Skandinavien. Allein aus Kanada stammt ein Fünftel unserer Zellstoffimporte. Dort missachten Regierung und Holzkonzerne auch heute noch die nach nationalem wie internationalem Recht geltenden Landrechte indianischer Völker. “Die indianischen Völker werden ihres rechtmäßigen Landes beraubt und verlieren ihre Lebensgrundlage, bloß damit wir in Deutschland weiter Papier verschwenden können”, kritisiert Lydia Bartz von urgewald.

Die UmweltschützerInnen empfehlen Recyclingpapier als umweltfreundliche Alternative für alle Büroanwendungen. Es wird mit weit geringerem Energie- und Wasseraufwand als Frischfaserpapier hergestellt, schont die Wälder und erfüllt alle Qualitätsanforderungen der Büromaschinenhersteller. “Wir wollen erreichen, dass der Handel deutlich mehr Produkte aus Recyclingpapier anbietet und die VerbraucherInnen aktiv über die Vorteile aufklärt”, sagt Simone Hörner von Pro REGENWALD.

Kontakt:
Peter Gerhardt (ROBIN WOOD)
Tel. Mobil: 0171-835 95 15
(bis einschließlich Dienstag vor Ort auf der Messe)
Lydia Bartz (urgewald)
Tel. Mobil: 0160-96 76 14 36
Simone Hörner (Pro REGENWALD)
Tel. Mobil: 0179-29 38 952
Ute Bertrand (Pressesprecherin)
Tel.: 040-380 892 22,
E-Mail: [email protected]
Internet: www.umwelt.org/robin-wood/index.htm

Source: Gemeinsame Pressemitteilung von Pro REGENWALD, urgewald und ROBIN WOOD vom 2004-02-01.

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