23 Januar 2017

Institut für Energieverfahrenstechnik arbeitet an neuen strombasierten Synthese-Kraftstoffen

Zukünftig soll das Premium-Synthesebenzin OTTO-R 2025 nicht mehr aus fossilen Energieträgern, sondern aus „grünem“ Methanol entstehen

Durch zwei neue Kraftstoff-Vorhaben entsteht an der Professur für Energieverfahrenstechnik und thermische Rückstandsbehandlung der neue Forschungsschwerpunkt CO2-emissionsfreie Kraftstoffe, der neben der Speicherung elektrischer Energie das Technologiefeld der Mobilität der Zukunft adressiert.

Das neue OTTO-R-Syntheseverfahren basiert auf der mit dem Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC) am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen entwickelten Syngas-To-Fuel-Verfahren (STF). „Bisher wird aus erdgasbasiertem Synthesegas über die Zwischenstufe Methanol hochoktaniges Benzin erzeugt. Zukünftig soll das Premium-Synthesebenzin OTTO-R 2025 nicht mehr aus fossilen Energieträgern, sondern aus „grünem“ Methanol, hergestellt aus CO2, Wasser und regenerativ erzeugtem Strom, entstehen. Die neue Technologie wird gemeinsam mit CAC optimiert und soll bereits 2025 verfügbar sein“, erklärt Projektleiter Prof. Bernd Meyer vom IEC. Neben dem Chemieanlagenbau Chemnitz sind auch Partner aus der Automobilindustrie (Audi, VW) und der Mineralölindustrie (Shell, OMV) beteiligt. Das Projektvolumen liegt bei rund 1,46 Millionen Euro.

Die von der TU Freiberg koordinierte OTTO-R-Initiative ist Teil des Kopernikus-Projektes P2X zur Erforschung, Validierung und Implementierung von ‚Power-to-X‘-Konzepten. P2X ist eines der vier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kopernikus-Projekte, mit denen die größte Forschungsinitiative zur Energiewende in die Umsetzung geht. Das Themenfeld “Power-to-X” adressiert die Speicherung von erneuerbarem Überschussstrom. In der ersten, dreijährigen Projektphase ist die TU Bergakademie Freiberg als einzige Universität aus den neuen Bundesländern mit einem Teilprojekt vertreten. „Das ist eine Bestätigung unserer Forschungsstärke“, so Prof. Meyer.

In nachfolgenden Projektphasen von P2X soll der optimierte Kraftstoff auch in Flottentests der Automobilhersteller zum Einsatz kommen. Die dafür benötigten Benzinmengen lassen sich – nach Umrüstung auf die neue Technologie – am IEC in der großen STF-Versuchsanlage, in der bis zu 120 Liter Benzin je Stunde erzeugt werden können, herstellen. In diesem Zusammenhang wird sich die TU Bergakademie Freiberg beim Aufbau der Kraftstoffmodellregion Oberfranken beteiligen, in der über 45 Netzwerkpartner technische Entwicklungen und logistische Maßnahmen zugunsten der Markteinführung regenerativer, klimaschonender Kraftstoffe realisieren.

„Auch in der Luftfahrt müssen die CO2-Emissionen drastisch reduziert werden. Mittelfristig wird dies nur mit „erneuerbarem“, synthetisch hergestellten Kerosin möglich sein“, erklärt Prof. Meyer. Die „Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V.“ (aireg), deren Mitglied die TU Bergakademie Freiberg ist, zielt darauf, die Herstellung und Nutzung solcher alternativer Flugkraftstoffe zu forcieren. Die Professur für Energieverfahrenstechnik bereitet die Pilot-Erprobung und -Demonstration eines in Südafrika entwickelten, neuen Fischer-Tropsch-Syntheseverfahrens zur Erzeugung von Kerosin am Standort Leuna vor. Ein vom BMBF im Rahmen von Hypos finanziertes Projekt wird im ersten Halbjahr starten.

Source: TU Bergakademie Freiberg, Pressemitteilung, 2017-01-06.

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