24 Dezember 2003

Insolvenz: Umweltbank schreibt Nevest-Beteiligung ab – Keine Bestandsgefahr

Die Nürnberger Umweltbank muss ihre Beteiligung an dem insolventen Biodiesel-Unternehmen Nevest abschreiben. “Die Nevest-Aktien sind wertlos”, sagte Vorstandschef Horst Popp am Montagabend in Nürnberg der dpa-AFX. Die Umweltbank hält 4,8 Prozent von Nevest und ist einer der Hauptfinanziers von dessen Tochter Biodiesel Schwarzheide GmbH.

Aus dem Engagement bei der Wiesbadener Nevest und deren Töchter droht der Umweltbank keine Bestandsgefahr. “Durch die Insolvenz der Biodiesel Schwarzheide besteht keine Gefahr für die Umweltbank”, sagte Popp. Vor knapp zwei Jahren war die ebenfalls auf grüne Geldanlagen spezialisierte Ökobank wegen geplatzter Großkredite in Not geraten und musste sich mit Bochum GLS Gemeinschaftsbank zusammenschließen.

INSOLVENZ
Vor wenigen Tagen hatten die Biodiesel-Unternehmen Insolvenz beantragt. Bei der Biodiesel Schwarzheide ist nach Angaben des zuständigen Gerichts mittlerweile ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Bei Nevest wird noch geprüft, ob genügend Masse für eine Insolvenz existiert. In der vergangenen Woche hatte der Windparkbauer Umweltkontor seine 66,43-prozentige Nevest-Beteiligung an einen unbekannten Käufer veräußert.

Nach Einschätzung von Bank-Chef Popp ist der Bestand von Schwarzheide gesichert. “Wir gehen davon aus, dass es weitergehen wird.” Die Gesellschaft hat ihren Sitz im strukturschwachen Brandenburg und beschäftigt rund 40 Mitarbeiter. Neben der Umweltbank wurde das Projekt von der Landesbank Kiel unterstützt. Biodiesel Schwarzheide wurde zudem von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gefördert.

ÜBERNAHME
Offen ist noch, wer Schwarzheide übernehmen wird. “Es gibt eine Reihe von Lösungsansätzen”, sagte Popp. So sei ein Verkauf an andere Produzenten denkbar. Namen nannte er nicht. Die Umweltbank werde “definitiv” nicht die Anteile übernehmen.

Die Umweltbank AG hat nach letzten Angaben 32.000 Kunden und eine Bilanzsumme von 405 Millionen Euro Ende. Im vergangenen Jahr schrieb das Institut einen Gewinn von 743.000 Euro.

Source: dpa-Meldung vom 2003-12-23.

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