25 März 2010

Innovative Technik aus Bayern in Brüssel

"Rapsöl – Zukunftskraftstoff aus der Landwirtschaft für die Landwirtschaft"

Dass die Interessen der Landwirtschaft, des Umweltschutzes und der Energiepolitik nicht im Widerspruch stehen müssen, zeigte sich auf einer hochrangig und international besetzten Veranstaltung am vergangenen Mittwoch in der Bayerischen Vertretung in Brüssel. Dabei waren sich Vertreter der europäischen Institutionen, aus Deutschland und Bayern einig, dass in Verbindung mit innovativer Landtechnik der Biokraftstoff Rapsöl der “Zukunftskraftstoff aus der Landwirtschaft für die Landwirtschaft” ist.

Ziel der Veranstaltung war es, innovative Entwicklungen aus Bayern rund um die Herstellung und Nutzung von Pflanzenöl als Kraftstoff, international und europaweit bekannt zu machen. In ihren Statements unterstrichen Ministerialdirektor Martin Neumeyer, Amtschef im Bayerischen Landwirtschaftsministerium, Paul Hodson, Generaldirektion Energie, Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie Ministerialdirigent Clemens Neumann, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Vorzüge von Pflanzenölkraftstoff als Alternative zu fossilem Dieselkraftstoff. Anwesend waren rund 150 hochrangige Vertreter des Europäischen Parlaments, darunter der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei, Joseph Daul sowie der Europäischen Kommission, der Verbände und Forschungseinrichtungen. Zu der Veranstaltung am 17.03.2010 in der Vertretung des Freistaates Bayern in Brüssel hatten die Bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Emilia Müller und der Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, geladen.

Ein ungewöhnlicher Blickfang im Brüsseler Umfeld waren die im Innenhof der Vertretung ausgestellten, neu entwickelten pflanzenöltauglichen Motoren und Traktoren der Firmen Fendt, Deutz-Fahr, John Deere und Deutz AG. Besondere Aufmerksamkeit fanden auch die Exponate des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) Straubing, das als Mitorganisator beteiligt war und die bisherigen Forschungserkenntnisse präsentierte.

In ihren Reden waren sich Martin Neumeyer, Paul Hodson, Hubert Weiger und Clemens Neumann einig: die Innovation von bayerischen mittelständischen Unternehmen, der Landmaschinenindustrie und des Straubinger TFZ hat für Europa Vorbildcharakter. Denn Rapsölkraftstoff hat die vergleichsweise geringsten Produktionskosten aller Biokraftstoffe auf Basis heimischer Rohstoffe und weist die geringsten Treibausgasvermeidungskosten auf. Unter ökologischen Gesichtspunkten spielt Rapsölkraftstoff eine wichtige Rolle: mit mindestens 57% Treibhausgasminderung wird beim Einsatz von Rapsölkraftstoff die höchste Treibhausgasminderung derzeit verfügbarer Biokraftstoffe aus heimischen Rohstoffen erreicht. Zudem kann mit der Verwendung von Rapsölkraftstoff durch dessen hohe biologische Abbaubarkeit und geringe Ökotoxizität aktiver Boden- und Gewässerschutz betrieben werden. Und noch ein wichtiger Aspekt ist zu berücksichtigen: bei der Verarbeitung der Rapssamen entstehen rund 60% hochwertiges Eiweißfuttermittel, das gentechnisch nicht verändert ist und etwa 40 % umweltschonender Rapsölkraftstoff. Mit dieser gekoppelten Produktion für “Teller” und “Tank” ist die Nahrungsmittel- mit der Energieträgerproduktion vereinbar. Aus betriebs- und volkswirtschaftlicher sowie ökologischer Sicht sollte – und unter ethischen Gesichtspunkten darf – darum Pflanzenölkraftstoff die erste Wahl im Biokraftstoff-Sortiment sein, wenn es darum geht, Dieselkraftstoff in umweltsensiblen Bereichen zu ersetzen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde bei Referenten und Teilnehmern aus allen vertretenen Regionen und Branchen die Forderung nach günstigen und einheitlichen Rahmenbedingungen deutlich. Bleibt zu hoffen, dass Europa von den bayerischen Innovationen profitiert und schon bald Europas Landwirte umweltfreundlich mit selbst erzeugtem Pflanzenölkraftstoff im Tank ihre Felder bestellen.

Source: Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Pressemitteilung, 2010-03-24.

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