23 April 2014

TOP Innovationspreis „Biowerkstoff des Jahres 2014“ auf dem Kölner Biowerkstoff-Kongress an QMilch aus Deutschland

160 Teilnehmer aus über 20 Ländern trafen sich beim 7. Biowerkstoff-Kongress, einem der wichtigsten Branchentreffpunkte der Bio-basierten Ökonomie in Europa

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Die Innovationspreise wurden am ersten Tag nach Wahl durch die Teilnehmer vergeben, den ersten Platz belegte QMilch Deutschland GmbH (DE) gefolgt von fischerwerke GmbH & Co. KG (DE). Zwei Firmen teilten sich den dritten Platz: Hemp Eco Systems SA (CH) und ZinCo GmbH (DE).

Der „7. Internationale Biowerkstoff-Kongress“ bot den wichtigsten Akteuren aus Europas bio-basierter Chemie-, Kunst- und Verbundwerkstoffindustrie die Gelegenheit, ihre neuesten Entwicklungen und Strategien vorzustellen und zu diskutieren. Neben führenden Unternehmen kamen auch Vertreter aus Politik und Verbänden zu Wort. Zum ersten Mal stellte der Kongress am dritten Tag Start-ups in den Vordergrund und brachte sie mit Investoren und Industrie in Kontakt.

Als einer der weltweit größten seiner Art bot der Biowerkstoff-Kongress mit über 160 Teilnehmern aus aller Welt und einer Fachausstellung auch in diesem Jahr wieder eine exzellente Plattform für Vernetzung! Ein Höhepunkt des Kongresses war die Präsentation der ersten kommerziellen Bioraffinerien Europas und ein Statusreport zur industriellen Biotechnologie.

Die bio-basierte Ökonomie, insbesondere der Bereich der Biowerkstoffe, ist ein essenzieller Baustein für eine innovative und nachhaltige Entwicklung der gesamten Wirtschaft und Industrie. Biopolymere und ihre Building-blocks stehen dabei besonders im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mehr und mehr Unternehmen betreten hier die Bühne und Europa ist einer der wichtigsten Schauplätze. Asien sowie die Amerikas üben allerdings zunehmend großen Druck aus. Mit Unterstützung von BIOTECH (www.biotec.de) und InfraServ-Knapsack (www.infraserv-knapsack.de) stellte der 7. Internationale Biowerkstoff-Kongress die Akteure vor, die Europa im Rennen um die bio-basierte Ökonomie der Zukunft führen.

Die Vorträge hielten das hohe Niveau der vorangegangenen Jahre und gaben einen tiefen Einblick in die aktuelle Lage und Zukunftsvisionen für biomasse-basierte Produkte.

Alle Vorträge sind ab Ende April für Teilnehmer kostenfrei verfügbar, alle anderen können sie für 150 € beziehen: http://bio-based.eu/proceedings/

Die neuesten politischen Rahmenbedingungen, Strategien und Visionen für Europas bio-basierte Zukunft

Um eine starke und innovationsfreudige bio-basierte Ökonomie in Europa aufzubauen, werden neue Rahmenbedingungen benötigt – dies betrifft Politik, Investitionen und Produzenten gleichermaßen. Auch wenn die europäischen Unternehmen zu den größten und innovativsten der Welt zählen, namentlich in der Chemie- und Kunststoffindustrie, müssen doch diverse Barrieren und Hürden überwunden werden. Führende Experten präsentierten und diskutierten ihre Strategien und Visionen für Europas bio-basierte Zukunft.

Dr. Reinhardt Büscher (Europäische Kommission, GD Unternehmen und Industrie), Henk van Liempt (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Dr. Dr. h.c. Christian Patermann unterstrichen die Notwendigkeit neuer politischer Rahmenbedingungen zugunsten bio-basierter Chemikalien und Werkstoffen um die bio-basierte Wirtschaft auszubauen – auch wenn eine rasche Einführung nur schwer möglich ist.

Rafael Cayuela von Styron Europe GmbH (CH) erläuterte globale Trends und die Zukunft der weltweiten, chemischen Industrie, insbesondere die Effekte der voranschreitenden Klimaschutzpolitik. Prof. Dr. Stefaan de Wildeman vom Aachen-Maastrich Institute for Biobased Materials (NL) sieht die Zukunft in neuartigen Building-blocks, die eine dezentrale Produktion von Biokunststoffen ermöglichen. Mario Bonaccorso von Assobiotec, der Italian Association for the Development of Biotechnology (I) sieht große Wachstumschancen für die italienische Wirtschaft.

Michael Carus vom nova-Institut (DE) stellte erstmals öffentlich das umfassende Reformpapier des nova-Instituts zur Renewable Energy Directive (RED) vor, das die Gleichbehandlung stofflicher und energetischer Nutzung von Biomasse zum Ziel hat: Die RED für bio-basierte Chemikalien und Materialien zu öffnen und sie weiterzuentwickeln zu einer REMD – „Renewable Energy and Material Directive“.

Kommerzielle Bioraffinerien in Europa – Es gibt sie schon!

Ein Großteil der Debatten und Forschungsprojekte in Europa konzentriert sich auf Bioraffinerien. Diese großen integrierten Systeme sind dafür ausgelegt, eine ganze Bandbreite an Produkten aus Biomasse herzustellen, wie Chemikalien und Kunststoffe sowie Kraftstoffe, und werden als Zukunft der bio-basierten Ökonomie betrachtet. Was meist übersehen wird: Die ersten Bioraffinerie-Konzepte sind bereits umgesetzt und werden schon kommerziell betrieben. Arizona Chemical stellte, als weltweit führendes Unternehmen im Bereich pine chemicals, seine schwedische Bioraffinerie vor und sowohl Borregaard aus Norwegen als auch Novamont aus Italien berichteten von ihren Erfahrungen mit ihren Bioraffinerien.

Bio-basierte Building-blocks sind der Schlüssel zu neuen nachhaltigen Kunststoffen

In den letzten Jahren gab es auf dem Gebiet der bio-basierten Building-blocks und Plattformchemikalien für die chemische Industrie viele Fortschritte. Der Bereich Kunststoffe hat sich weiterentwickelt und viele Innovationen hervorgebracht, zum Beispiel Polyactide (PLA), Polyhydroxyalkanoate (PHA), Polyamide (PA) und Drop-in-Lösungen (PET, PE). Die bedeutendste Innovation stellen jedoch die Produktionsanlagen für verschiedene bio-basierte Building-blocks wie Bernsteinsäure, Isobutan, Butadiene, Butandiol und furanbasierte Chemikalien dar – stellen sie doch die Vorstufe von Kunststoffen dar.

Die genannten bio-basierten Building-blocks standen am zweiten Tag des Biowerkstoff-Kongresses im Mittelpunkt, als Unternehmen wie Reverdia (NL/F), Global Bioenergies (F) – mit ihrer neuesten Investition in den Leuna Chemical Park (DE) – SEKAB (SE), Corbion (NL), Arkema (F), SOPREMA (F), Succinity (DE/NL), Novozymes (DK), Avantium (NL) und Myriant, ein besonderer Gast aus den USA, ihre neuesten Innovationen und Investitionen sowie ihre Erfahrungen mit der Produktion von bio-basierten Building-blocks und Polymeren vorstellten. Es ergab sich ein fokussierter Überblick über neue Möglichkeiten und Hürden im Bereich der ethanol-basierten Chemie, Milchsäurebakterien und PLA, über die Bernsteinsäure-Produktion und die Herausforderungen für die Produktion PBS und anderen Anwendungen, sowie über Polyamide, furan-basierte Polymere (PEF) und Polyurethane für Elastomere. Das nova-Institut stellte neue Marktchancen für biologisch abbaubare Polymere vor, die sich aus der Umweltproblematik konventioneller Kunststoff-Mikropartikel vor allem im Meer ergeben können.

In Zusammenarbeit mit Asta Eder Composites Consulting (AT/FI) präsentierte das nova-Institut zudem die neue Marktstudie über Holz-Polymer-Werkstoffe (WPC) und Naturfaserverbundwerkstoffe, EcoTechnillin (FR) und Advanced Compounding Rudolstadt (DE) folgten mit konkreten Beispielen. Das Public Research Center Henri Tudor (LIX) gab Einblicke in Nanocellulose und die entsprechenden Märkte.

Start-ups präsentierten ihre Verfahren und neuesten Entwicklungen

In Zusammenarbeit mit BCNP Consultants (www.bcnp.com), BIO.NRW Business Angels (www.bio.nrw.de/business_angels) und CLIB2021 (www.clib2021.de) rückte der dritte Tag des Kongresses Start-ups in den Vordergrund, die eingeladen waren, der Industrie und potenziellen Investoren ihre Verfahren und neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie und verwandter Technologien vorzustellen. Infolge der äußerst positiven Reaktionen wird es auch im nächsten Jahr einen Start-up-Tag geben: Beinahe alle Jungunternehmen fanden Kontakte und Firmen, die an ihren Technologien interessiert waren.

Innovationspreis „Biowerkstoff des Jahres 2014“

Mehr Informationen auf www.biowerkstoff-kongess.de/award

Im siebten Jahr in Folge wurde der Innovationspreis „Bio-based Material of the Year“ an junge, innovative Akteure der bio-basierten Industrie verliehen, die zeitgemäße Anwendungen und Märkte für ihre Biowerkstoffe gefunden haben. Der Wettbewerb konzentrierte sich diesmal exklusiv auf neue Entwicklungen dieser Bereiche aus Europa, die 2013 und 2014 auf den Markt gekommen sind (oder bald kommen werden).

Eine Jury, bestehend aus Repräsentanten des nova-Instituts sowie Partnern und Sponsoren des Kongresses, nominierte im Vorfeld die herausragenden „Top 7“ Bewerber aus 20 Einreichungen. Jedes der sieben Unternehmen stellte seine Innovation in einer zehnminütigen Präsentation vor. Die vier Gewinner wurden dann von den Kongressteilnehmern gewählt. Sponsor des Innovationspreises ist seit Jahren das Unternehmen Coperion, einer der Marktführer für Compoundieren und Extrusion (www.coperion.com).

Qmilch gewann den ersten Platz mit seinem kompostierbaren und antibakteriellen casein-basierten Polymer Qmilk. Das Milchprotein Kasein wird von Qmilch aus Milch gewonnen, die nicht zum Verzehr geeignet ist – so kann der sog. Non-Food-Milch ein Mehrwert verleihen werden. Der zweite Platz ging an die Firma fischwerke, die den ersten bio-basierten Injektionsmörtel FIS Green 300 T vorstellten. Erstmals teilten sich mit Hemp Eco Systems und ZinCo zwei Unternehmen den dritten Platz. Hemp Eco Systems bietet eine hanf-basiertes Baumaterial mit guter Wärmedämmung und einfacher Anwendung. ZinCo produziert Biokunststoff-Lösungen für Dachbegrünungen.

1_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_Qmilch1. Platz: Qmilch Deutschland GmbH (DE) www.qmilk.eu – Qmilk: Die Faser aus Milch

Qmilk produziert eine Textilfaser auf Basis von Kasein, einem Milchprotein – gewonnen aus Non-Food-Milch. Im April 2014 beginnt das Start-Up in Hannover die Faserproduktion für Mode, Sportkleidung und Heimtextilien. Die Qmilk-Faser fühlt sich an wie Seide, ist sehr angenehm für Allergiker, antibakteriell, kompostierbar und besteht aus 100 % natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen. Der Produktionsprozess dauert 5 Minuten bei Temperaturen von nur 80 °C und es werden höchstens 2 Liter Wasser pro Kilogramm Faser benötigt.

 

 

2_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_fischerwerke2. Platz: fischerwerke GmbH & Co. KG (DE) www.fischer.de – FIS Green 300 T: Der erste bio-basierte Injektionsmörtel

FIS Green 300 T ist der erste chemische Injektionsmörtel, der mehrheitlich aus bio-basierten Rohstoffen hergestellt wird. Dafür musste die gesamte Rohstoffpalette auf den Prüfstand gestellt und auf eine Substitutionsmöglichkeit durch bio-basierte Rohstoffe untersucht werden. Dieses radikale Neudesign ermöglichte es, einen hohen Bio-Kohlenstoffanteil von 50-85 % zu erreichen. Damit konnte gezeigt werden, dass auch komplexe Produkte bio-basiert und nachhaltig neu formuliert werden können.

 

 

3_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_Hemp_Eco

3. Platz: Hemp Eco Systems SA, Schweiz www.hempecosystems.ch – HES-mix: Die hanfbasierte Gebäudeisolierung

Ein Baumaterial aus Hanfschäben, Kalk, natürlichen Mineralien und Wasser. Es wird als Baumaterial mit gutem Dämmwert verwendet, dass zudem für ein sehr gutes Raumklima sorgt. Es kann sowohl für Mauern als auch für Dächer und Fußböden genutzt werden.

 

 

 

3_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_ZinCo3. Platz: Zinco GmbH (DE) www.zinco.de – Natureline: Dachbegrünung für das 21. Jahrhundert

Als Pionier in Sachen Dachbegrünung beschreitet ZinCo seit über vierzig Jahren konsequent den ökologischen Weg und bietet dauerhaft funktionssichere Begrünungssysteme passend für jedes Dach. Basis der ZinCo-Systemerden sind recycelte Tonziegel und auch für Dränageelemente und Speicherschutzmatten kommen, wann immer möglich, Recyclingmaterialien zum Einsatz. Nun geht ZinCo einen weiteren innovativen Schritt und präsentierte dem Dachbegrünungsmarkt den Systemaufbau „Natureline“ aus Biokunststoffen – verwendet werden Matten aus PLA-Fasern sowie bio-basierte PE.

Alle Vorträge sind ab Ende April für Teilnehmer kostenfrei verfügbar, alle anderen können sie für 150 € beziehen: www.nova-shop.info

Bilder vom 7. Internationalen Biowerkstoff-Kongress 2014 (bitte geben Sie die Quelle an):

Sie können die Bilder des Kongresses unter folgendem Link herunterladen:

http://biowerkstoff-kongress.de/media/14-04_Conference_Pictures_nova.zip

Der zip-Ordner beinhaltet:

  • expert_panel.jpg: v.l.n.r.: Dr. Stefaan de Wildeman (Aachen-Maastricht Institute for Biobased Materials), Rafael Cayuela (STYRON Europe GmbH), Henk van Liempt (Federal Ministry of Education and Research of Germany), Dr. Reinhard Büscher (European Comission, DG Enterprise and Industry), Dr. Dr. h.c. Christian Patermann (EU-Comission, Advisor and Member of the 1st German Bioeconomy Council) und Mario Bonaccorso (Assobiotec) (Quelle: nova)
  • participants.jpg: Teilnehmer in reger Diskussion (Quelle: Vollmer)
  • award_winners.jpg: The Gewinner des Innovationspreises “Biowerkstoff des Jahres 2014”, v.l.n.r.: Florence Aeschelmann, Michael Carus (nova-Institut), Leonie Völsgen (Qmilch), Dr. Martin Vogel (fischerwerke), Dieter Schenk (ZinCo), Jorgen Hempel (Hemp Eco Systems), Sponsor: Peter von Hoffmann (Coperion) (Quelle: PvP/nova)
  • award_ceremony.jpg: v.l.n.r.: Michael Carus (nova-Institut), Peter von Hoffmann (Coperion), Leonie Völsgen (Qmilch) (Quelle: PvP/nova)
  • award_ceremony2.jpg: Michael Carus vom nova-Institut gratuliert Leonie Völsgen from Qmilch zum Gewinn des “Biowerkstoff des Jahres 2014” Innovationspreises (Quelle: PvP/nova)
  • 1st_place_Qmilch.jpg: Qmilk – die Faser aus Milch (Quelle: Qmilch Deutschland GmbH)
  • 2nd_place_fischerwerke.jpg: bio-basierter Injektionsmörtel (Quelle: Fischerwerke GmbH)
  • 3rd_place_Hemp.jpg: hanf-basierte Gebäudeisolation (Quelle: Hemp Eco Systems SA)
  • 3rd_place_ZinCo.jpg: Dachbegrünung (Quelle: ZinCo GmbH)
  • 1_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_Qmilch.jpg
  • 2_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_fischerwerke.jpg
  • 3_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_Hemp_Eco.jpg
  • 3_Badge_Bio-based_Material_of_the_Year_2014_ZinCo.jpg
  • collage_award_nominees.jpg: Collage der für den Innovationspreis nominierten Produkte (Quelle: nova)

Diese Pressemitteilung als PDF: 14-04-22 PM Internationaler Biowerkstoff-Kongress nova

Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.):

Dipl.-Phys. Michael Carus (Geschäftsführer)
nova-Institut GmbH, Chemiepark Knapsack, Industriestraße 300, 50354 Hürth
Internet: www.nova-institut.de und www.bio-based.eu
Email: contact@nova-institut.de
Tel: +49 (0) 22 33-48 14 40

Das nova-Institut wurde 1994 als privates und unabhängiges Institut gegründet und ist im Bereich der Forschung und Beratung tätig. Der Fokus liegt auf der bio-basierten und der CO2-basierten Ökonomie in den Bereichen Rohstoffversorgung, technisch-ökonomische Evaluierung, Marktforschung, Ökobilanzen (LCA), Öffentlichkeitsarbeit, B2B–Kommunikation und Politik. Mit einem Team von mehr als 20 Mitarbeitern erzielt das nova-Institut.

Source: nova-Institut GmbH, Pressemitteilung, 2014-04-22.

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