24 März 2005

Innovationsforum Polymilchsäure Teterow ist gestartet

Mit dem Ziel, die Forschungsaktivitäten rund um Polymilchsäure auszubauen und dem wohl viel versprechendsten Polymerwerkstoff aus nachwachsenden Rohstoffen innovative Anwendungsfelder und Märkte zu erschließen, kamen zur Auftaktveranstaltung des Innovationsforums Polymilchsäure rund 60 Teilnehmer vorrangig aus den neuen Ländern in Teterow zusammen.

Ein Hochtechnologie- und Hochpreisland wie Deutschland muss, wenn es an der technologischen Spitze stehen will, nicht nur permanent neue Innovationsfelder identifizieren, sondern ist auch in der Pflicht, sie zu erforschen, Applikationen zu entwickeln und sie konsequent zu wirtschaftlichen Erfolgen umzusetzen.

Auf den Festplatten der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen deutscher Unternehmen schlummert manch gute Idee, die aufgrund mangelnder Tatkraft, eines schlechten Innovationsklimas etc. nicht konsequent verfolgt wird. Doch wer Trends erkennt, sie dann aber nicht schnell genug erforscht, in neue Produkte und Technologien umsetzt und diesen neue Märkte erschließt, verpasst im globalen Wettbewerb schnell den Anschluss.

Polymilchsäure (PLA) ist ein Vorzeigebeispiel für so einen technologischen Zug, auf den deutsche Unternehmer noch in letzter Minute aufspringen müssen. PLA wird aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Der Kunststoff aus Milchsäure ist kohlendioxidneutral, wird umweltfreundlich auf biologische Weise abgebaut und bietet angesichts stetig steigender Ölpreise eine Werkstoffalternative auf heimischer Rohstoffbasis. Stärkehaltige Pflanzen wie Roggen, Mais oder Zuckerrüben liefern den Grundstoff für die Produktion des zukunftsträchtigen Polymerwerkstoffs.

Doch obwohl das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten von PLA vielfältig ist und PLA der Landwirtschaft völlig neue Märkte eröffnet, läuft die Forschungsmaschinerie in Deutschland erst allmählich an. Noch gibt es in Deutschland zu wenig PLA, um weitere innovative Anwendungsfelder erforschen zu können. Gegenwärtig haben die Amerikaner die Nase vorn, sie produzieren den Kunststoff PLA bereits in großen Mengen. Doch Europa rückt allmählich nach. »Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für Unternehmen, ihre Kompetenzen in der Produkt- und Anwendungsentwicklung einzubringen und sich mit PLA den »Markt von morgen« zu erschließen.« So bringt Dr. Hartmut Pflaum von Fraunhofer UMSICHT, das die wissenschaftliche Beratung des Projekts übernommen hat, die Motivation für die Gründung des Innovationsforums PLA Teterow auf den Punkt.

Über 60 Akteure aus allen Stufen der Wertschöpfungskette rund um PLA folgten dann auch dem Ruf zum Innovationsforum PLA Teterow. Agrarwirtschaftler, Hersteller und Verarbeiter der Ausgangsprodukte Zucker bzw. Stärke, Technologieplaner, Produkt- und Anwendungsentwickler, Wissenschaftler und Politiker waren sich dann auch schnell einig: Ein Netzwerk Polymilchsäure muss her, das Aktivitäten bündelt und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe aktiv vorantreibt. Die ersten Schritte sind bereits mit der Gründung eines Fördervereins Polymilchsäure gemacht.

Das »Innovationsforum PLA Teterow« wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Initiative wurde aufgrund ihres eingereichten Konzepts in das Förderprogramm »Interregionale Allianzen für die Märkte von morgen« aufgenommen und ist Teil von »Unternehmen Region«, der Innovationsinitiative des BMBF für die neuen Länder. Mit den Förderprogrammen dieser Initiative investiert das BMBF in regionale Bündnisse hervorragender Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie der öffentlichen Verwaltung mit dem Ziel, die Stärken der Regionen auszubauen und durch erfolgreiche Innovation wettbewerbsfähige Regionen zu schaffen. Weitere Informationen finden Sie unter www.planet-teterow.de.

Ansprechpartner Innovationsforum PLA Teterow PLANET

Projektleitung:
Dipl.-Betriebswirt (FH) Angelika Jopp
Stadtverwaltung Teterow
Telefon: +49 39 96/12 78 23
Telefax: +49 39 96/12 78 58
E-Mail: [email protected]

Koordination Wissenschaft
Dr.-Ing. Hartmut Pflaum
Fraunhofer-Institut UMSICHT, Oberhausen
Telefon: +49 2 08/85 98 11 71
Telefax: +49 2 08/85 98 12 90
E-Mail: [email protected]

Dr. rer. nat. Sylke Palitzsch
Fraunhofer-Institut UMSICHT Berlin
Telefon: +49 30/79 74 87 50
Telefax: +49 30/79 74 87 51
E-Mail: [email protected]

(Vgl. Meldung vom 2005-02-09.)

Source: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT vom 2005-03-23.

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