7 April 2005

Informationskampagne für Erneuerbare Energien gestartet

Töpfer und Trittin begrüßen Milliardeninvestitionen der Branche

Unter dem Motto “Deutschland hat unendlich viel Energie” hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute in Essen eine Informationskampagne für erneuerbare Energien gestartet. Gemeinsam mit dem Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer, warb der Minister für einen stärkeren Ausbau der Energiequellen Sonne, Biomasse, Wind, Wasser und Erdwärme. Trittin: “Die deutschen Unternehmen haben gerade in der Wind- und Solarbranche eine internationale Spitzenposition in der Technologieentwicklung erreicht. Ein höherer Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix hilft dem Klimaschutz und schafft Arbeitsplätze.”

Der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Johannes Lackmann, stellte mit der “Essener Deklaration” die anspruchsvollen Ziele der Branche vor. So will sie die Zahl der Arbeitsplätze bis 2020 vervierfachen. Der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien sei kein Selbstläufer und keine Benefizveranstaltung für ein paar Außenseiter, sondern bedürfe der konsequenten Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Forschung.

Die Auftaktveranstaltung im Herzen des Ruhrgebietes bezeichnete Jürgen Trittin als wichtigen Schritt bei der Wende zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung. Die erneuerbaren Energien erreichten 2004 einen Gesamtumsatz von rund 11,5 Milliarden Euro. Rund 130.000 Arbeitsplätze hat die Branche bislang geschaffen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das durch die Ökosteuer finanzierte Marktanreizprogramm und die Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe schaffen Investitionssicherheit und somit Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Der Bundesumweltminister: “Wir sichern uns durch unsere Vorreiterrolle Wettbewerbsvorteile für die Märkte von morgen”. Die Informationskampagne solle die Akzeptanz für eine klimaverträgliche, ressourcenschonende und krisensichere Energieversorgung erhöhen.

Branche will sich bis 2020 als dynamische Schlüsselindustrie in Deutschland etablieren

Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien wollen in den nächsten 15 Jahren in Deutschland 200 Milliarden Euro investieren. Das kündigte die Branche im Beisein von UN-Generaldirektor Klaus Töpfer, und Bundesumweltminister Jürgen Trittin in Essen an. Bis heute habe die Branche bereits 130.000 Arbeitsplätze geschaffen. Im Jahr 2020 sollen es mehr als eine halbe Million sein. Töpfer: “Mit dem Aufbau des neuen Industriezweiges hat Deutschland sich eine Vorreiterrolle im internationalen Vergleich gesichert.” Trittin: “Die Erneuerbaren Energien stärken den Energiestandort Deutschland und machen unsere Energieversorgung zukunftsfähig.”

In einer gemeinsamen Deklaration setzten sich Verbände und Unternehmen weitere ehrgeizige Ziele. Bis 2020 erwartet die Branche  darin ein jährliches Wachstum von über 10 Prozent, ein Exportvolumen von 15 Milliarden Euro pro Jahr und die Senkung der Kosten für Erneuerbare Energien im Mittel um 40 Prozent. Die neue Schlüsselindustrie wird den nationalen Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxyd (CO2)-Ausstoß in fünfzehn Jahren um 270 Millionen Tonnen jährlich reduzieren und Deutschland jedes Jahr Öl-, Gas- und Kohleimporte im Wert von  20 Milliarden Euro ersparen.

Gemeinsam erklärten Vertreter von Windenergie, Wasserkraft, Solarenergie, Bioenergie und Erdwärme, bis zum Zieljahr 2020 mehr als zwanzig Prozent des deutschen Bedarfes an Strom, Wärme und Kraftstoffen zu decken. Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie: “Die Branche der Erneuerbaren Energien hat begonnen, eines der größten Investitionspakete in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland umzusetzen. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien werden zukunftsfähige Jobs geschaffen, Milliardenkosten für Energieimporte eingespart und Schäden an Mensch und Umwelt vermieden. Auch das Ziel, bis 2020 die nationalen CO2-Emissionen um 40 Prozent zu senken, ist mit dem weiteren kräftigen Ausbau der Erneuerbaren Energien problemlos erreichbar.”

Die Unterzeichung der Branchenziele in der Essener Zeche Zollverein war Höhepunkt der Auftaktveranstaltung zur bundesweiten Kampagne “Deutschland hat unendlich viel Energie”. In einer auf drei Jahre angelegten Informationskampagne will die Erneuerbare-Energien-Branche überparteilich über Hintergründe und Zukunftsperspektiven informieren. Schirmherr der Kampagne ist Prof. Klaus Töpfer. Träger sind die Verbände und Unternehmen der Erneuerbaren Energien. Bundesumweltministerium und Bundesverbraucherschutzministerium unterstützen die Kampagne.

Source: BMU-Pressemitteilung Nr. 080/05 und www.unendlich-viel-energie.de vom 2005-04-06.

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