12 Juni 2015

Infobrief der FNR – Juni 2015

Standpunkt: Förderung für nachwachsende Rohstoffe neu ausgerichtet

Liebe Leserinnen und Leser,

„Alles neu macht der Mai!“ – auch bei der FNR: Seit Mai bildet das neue „Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe“ die Basis unserer Fördertätigkeit im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das Programm setzt den befristeten Vorgänger nicht nur fort, sondern entwickelt ihn in Richtung der ‚Politikstrategie Bioökonomie‘ der Bundesregierung mit Projekten zur Entwicklung einer biobasierten Wirtschaft spürbar weiter.

Tatsächlich unterscheidet sich das neue Programm grundlegend von seinen Vorgängern: Setzten die früheren Versionen in erster Linie darauf, nachwachsende Rohstoffe als (nationale) Perspektive für die Land- und Forstwirtschaft sowie als ernstzunehmende Rohstoffquelle für Industrie und Energiewirtschaft zu etablieren, spiegeln sich in den Zielen des neuen Programms die mittlerweile geänderten gesellschaftlichen Anforderungen wider. Der Fokus liegt heute wesentlich stärker auf globaler Betrachtungsweise und der Lenkung des Wachstums in nachhaltige Bahnen. Aspekte wie Effizienz, Erhalt der Biodiversität, Recycling und Kaskadennutzung, international gültige Nachhaltigkeitsstandards und generell die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit stehen jetzt ganz obenan.

Gleichzeitig lässt das neue Programm im Rahmen dieser Vorgaben mehr Interpretationsspielraum. Während vorher für insgesamt zehn landwirtschaftsnahe Produktlinien sehr detaillierte Forschungsaufgaben benannt wurden, definiert das neue Programm nun fünf allgemeiner gefasste Förderbereiche. Die konkrete Ausformulierung obliegt speziellen Förderschwerpunkten, die zeitgleich mit dem Programm veröffentlicht wurden. Dies hat den Vorteil, flexibler auf aktuelle Anforderungen reagieren zu können. Eine Einreichung von Projektvorschlägen ist aber jederzeit auch außerhalb der Förderschwerpunkte möglich.

Das neue Förderprogramm ist ein Baustein zur Umsetzung der Bioökonomie. Strategischer Ansatz der Bundesregierung war es von Anfang an, auch die Gesellschaft einzubeziehen. So widmet sich einer der fünf Bereiche des Förderprogramms dem „Gesellschaftlichen Dialog“. Im Förderbereich „Übergreifende Themen“ sind u. a. auch Projekte zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekten förderfähig. Damit stellt das neue Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ Querschnittsthemen deutlich stärker in den Fokus und nimmt zentrale Herausforderungen in den Blick. Dies ist richtig und wichtig. Nur so können wir die Gesamtentwicklung lenken, die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und die Akzeptanz erhalten. In diesem Sinne freue ich mich schon jetzt auf die Arbeit mit dem neuen Förderprogramm und lade Sie ein, uns spannende Projektideen zuzusenden!

Herzlichst
Ihr

Dr.-Ing. Andreas Schütte

 

Hier können Sie den Infobrief lesen

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, Infobrief Juni 2015, 2015-06.

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