26 Februar 2008

Industrielle Biotechnologie: Förderung europäischer Forschungsprojekte

FNR und europäische Partner starten gemeinsamen Aufruf

Im Rahmen des ERA-NET IB fördert das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über die FNR deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen bei länderübergreifenden Projekten zum Thema Industrielle Biotechnologie. Bis zum 31. März 2008 können Projektskizzen eingereicht werden.

Unter industrieller Biotechnologie (IB), auch “weiße Biotechnologie” genannt, versteht man die industrielle Produktion von organischen Grund- und Feinchemikalien, Pharmaka und Wirkstoffen mit Hilfe von Enzymen und Mikroorganismen. Als Rohstoff dienen vorwiegend nachwachsende Rohstoffe. Obgleich industrielle Biotechnologie in einigen Bereichen bereits etabliert ist, hat die Erschließung ihres Potentials doch gerade erst begonnen. Nicht nur Grundlagen-, sondern auch angewandte Forschung ist gefragt. Entsprechende Strategien und Aktivitäten, die auf nationaler Ebene entwickelt und umgesetzt werden, sollen nun in einen europäischen Rahmen gestellt werden. Forschungsförderer aus zehn EU-Ländern und Israel haben daher im Rahmen des ERA-NETs IB eine gemeinsame Initiative für transnationale Forschungsprojekte gestartet.

Der aktuelle Aufruf konzentriert sich auf die Bereiche Enzyme, Mikroorganismen, Biopolymere und –monomere sowie Verbesserungen technologischer Prozesse. Eine genaue Auflistung der Themen findet sich im offiziellen Text des Aufrufes, der unter www.fnr.de/eranet-ib und www.era-ib.net abgerufen werden kann. Gefördert werden Projekte, die mehrere der angegebenen Themen behandeln. Bis zum 31. März 2008 können deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen entsprechende Projektskizzen einreichen. In jedem Projekt müssen Einrichtungen aus mindestens drei der an dem Aufruf beteiligten Länder kooperieren. Zusätzlich können sich auch Partner aus anderen Ländern beteiligen, sofern ihre Finanzierung national gesichert ist.

Alle Anträge werden von einer internationalen Expertenrunde bewertet. Ausschlaggebend für die Entscheidung sind die jeweiligen nationalen Förderkriterien; für deutsche Teilprojekte gilt das Förderprogramm “Nachwachsende Rohstoffe” des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Details zum Antrags- und Bewilligungsverfahren gehen aus dem Aufruf hervor. Ansprechpartner ist bei der FNR ist Dietmar Peters (d.peters@fnr.de). Die Projekte mit einer Laufzeit bis zu 36 Monaten starten voraussichtlich ab Ende 2008.

Das Netzwerk ERA-IB zielt auf die Koordinierung nationaler Forschungsbemühungen im Bereich industrieller Biotechnologie. Mitglieder sind 20 Organisationen (regionale und nationale Projektträger und Ministerien) aus 14 Ländern. Das ERA-NET startete Anfang 2006 und hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

(Vgl. Meldungen vom 2007-05-31, 2008-01-16 und 2007-06-19.)

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V.), Pressemitteilung, 2008-02-26.

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