19 Dezember 2003

Im Zirbenholzbett schläft’s sich besser

Schon seit Jahrhunderten wird das Holz der Zirbe oder Arve wegen des positiven Einflusses auf das menschliche Wohlbefinden geschätzt und genutzt. Erstmals haben jetzt Forscher des Joanneum Research (Österreich) dieses Erfahrungswissen nach wissenschaftlichen Methoden untersucht.

Die Zirbe, auch Arve (bot.: pinus cembra) wächst in der Regel in einer Höhe ab 1.800 Meter über dem Meeresspiegel. Das Holz ist dauerhaft und schwindet wenig. Die Harze und Öle des Holzes verleihen diesem eine gute Schutzwirkung gegenüber Motten und anderen Insekten.

Wissenschaftler der Forschungsgesellschaft Joanneum Research mbH (Weiz) evaluierten im Rahmen eines internationalen Forschungsprogramms in einer Blindstudie die Auswirkungen des Zirbenholzes auf die Belastungs- und Erholungsfähigkeit an 30 erwachsenen Personen.

Die Ergebnisse sind erstaunlich. So zeigten sich im Labor signifikante Unterschiede in der Erholungsqualität zwischen einem Zirbenholzzimmer und einem identisch gestalteten Holzdekorzimmer.

Der Einfluss des Zirbenholzes zeigte sich in einer niedrigeren Herzrate bei körperlichen und mentalen Belastungen. In anschließenden Ruhephasen wird der vegetative Erholungsprozess beschleunigt. Wetterfühligkeit tritt im Zirbenzimmer nicht auf und auch die Schlafqualität ist in einem Zirbenholzbett höher.

Prof. Maximilian Moser vom Institut für Nichtinvasive Diagnostik der Joanneum Research dazu: “Die durchschnittliche Arbeitsersparnis für das Herz liegt bei 3.500 Schlägen oder einer Stunde Herzarbeit pro Tag.”

Durchgeführt wurden die Untersuchungen über aufwändige Herzfrequenzmessungen an einer Reihe von Testpersonen. Durch modernste Sensortechnik und Auswertungsverfahren ist es möglich, das autonome Nervensystem sowie die biologischen Rhythmen des Organismus zu beobachten.

Noch ein weiteres Ergebnis erbrachte die Studie: Im Zirbenzimmer, aber auch nach Schlaf im Zirbenbett erlebten sich die Versuchspersonen extrovertierter, offener und gesprächiger als im Holzdekor-Ambiente: War dies der Grund, warum früher Gaststuben häufig mit Zirbenholz verkleidet waren?

Das Material der Wohnungseinrichtung hat offensichtlich größere Auswirkungen auf Befinden und Gesundheit als bisher bekannt. Für das edle Holz der “Alpen” tun sich neue Anwendungsfelder auf, wie Schlafzimmerverbauten oder in der Inneneinrichtung von “Wellness”-Hotelbereichen.

Arnold Meusburger, österreichischer Schreiner mit einer über 30jährigen Erfahrung in der Verarbeitung von Zirbenholz, freut sich über die Ergebnisse der Studie, hat er doch in seiner Schreinerkarriere die positiven Auswirkungen des Holzes beobachten können. So wird laut Meusburger das gesamte Mitarbeiterklima und der kommunikative Austausch beim Bearbeiten von Zirbenholz in der Werkstatt durch den Einfluss des Holzes verbessert.

Die gewonnenen Forschungsergebnisse sind eine gute Grundlage, um die Zirbe wieder populärerer zu machen und die Akzeptanz beim Verbraucher unabhängiger von Modeerscheinungen zu machen.

© www. Holz.de

Source: www.holz.de vom 2003-12-18.

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