7 Juli 2004

Im Flachsmonat Juni überwogen die Sorgen…

...jetzt wird Sonne, Sonne, Sonne gebraucht!

Anders als in Frankreich und Belgien präsentieren sich die norddeutschen Flachsflächen mit überwiegend starken Beständen, die auf Röststrohmengen in einem Bereich von 6.5 bis 8 t je ha hoffen lassen.

Damit hat die gegenüber den Hauptanbauländern spätere Aussaat in Norddeutschland insoweit zu diesem mengenmäßig positiven Effekt geführt, als die in ganz Westeuropa beobachtete Trockenphase im Mai den in Frankreich bereits im Längenwachstum befindlichen Flachs mit seinem hohen Wasserdarf viel empfindlicher traf als den in der Jugendphase befindlichen Flachs in Norddeutschland.

Die hohen Aufwuchsmengen mit Strohlängen im Bereich 110 cm haben die ungünstigen Witterungsbedingungen des Juni (häufige Regenschauer mit zum Teil heftigen Böen, Böden unter nahezu voller Feldkapazität, hohe N-Mineralisierung, kaum Sonnentage) erstaunlich gut überstanden: bislang halten sich die ins irreversible Lager gegangenen Flachsflächen mit etwa 3% der Gesamtfläche in Grenzen.

Der an das schlechte Flachsjahr 1987 erinnernde Witterungsverlauf blieb möglicherweise auch deshalb ohne die damaligen katastophalen Folgen eines flächendeckenden Lagers, weil nahezu ausnahmslos ohne Stickstoffdüngung gearbeitet wurde und zudem (trockenheitsbedingt) der Übergang von Jugendwachstum zu Streckungswachstum sehr langsam verlief, was zu einer mechanisch belastbareren Ausbildung der Stängelbasis führte.

Allerdings bleibt die Lage hinsichtlich Lagerrisiko in den nächsten beiden Wochen kritisch, zumal die Bestände aufgrund des hohen Nährstoffangebotes nicht abreifen wollen (und dabei an mechanischer Stabilität gewinnen würden), sondern nach den aktuellen Witterungsprognosen eher zu einem zyklischen Nachblühen bei vollem Blatterhalt neigen werden.

Auf sehr leichten Standorten ist Beginn der zweiten Julidekade mit der Aufnahme der Raufaktivitäten zu rechnen, auf schwereren Böden wohl erst Anfang August.

(Vgl. Meldung vom 2004-06-14.)

Source: www.flachs.de vom 2004-07-07.

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