12 Juni 2008

IE Leipzig und KWS: Biokraftstoffe meist ökologisch vorteilhaft

Studie bestätigt Energieeinsparung und Klimaschutz gegenüber fossilen Kraftstoffen

Im Auftrag der KWS Saat AG hat das Institut für Energetik und Umwelt gGmbH in Leipzig eine Studie zur Energie- und Klimaeffizienz ausgewählter Biomassekonversionspfade zur Kraftstoffproduktion erarbeitet. Für die Bereitstellung biogener Kraftstoffe steht eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Energie-, Klima- und Flächeneffizienz. Neben den gegenwärtig verfügbaren wurden auch zukünftige Technologien zur Kraftstoffproduktion auf Basis verschiedener Anbaubiomassen betrachtet.

Im Gesamtergebnis der ökologischen Betrachtung zeigt sich, dass durch die Bereitstellung und -nutzung von Biokraftstoffen in Fahrzeugen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen teilweise deutliche Einsparungen an Primärenergie und Treibhausgasemissionen je Fahrzeugkilometer erreicht werden können. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die fossilen Kraftstoffe einen Großteil ihrer Emissionen erst durch den Einsatz in Fahrzeugen, sprich mit der Kraftstoffnutzung erzeugen. So zeigt sich, dass die dargestellten Biokraftstoffpfade durch den Einsatz von Energiepflanzen zur Kraftstoffherstellung und -nutzung durchaus zum Klimaschutz beitragen können. Dabei besitzen Technologien, die neben Anbaubiomasse auch landwirtschaftliche Reststoffe verarbeiten können, ein erhebliches zusätzliches Potenzial zur Minderung des Bereitstellungsaufwandes und der Treibhausgasemissionen.

Im Vergleich der derzeit verfügbaren Kraftstofftechnologien erreicht Biomethan aus Biogas hinsichtlich der Fahrzeugkilometer je ha Anbaufläche die besten Ergebnisse. Betrachtet man auch zukünftige Optionen, führt BioSNG die Rangliste an. Dagegen ist der Kraftstoffpfad Bioethanol aus Getreide sowohl mit einer geringen Flächeneffizienz, wie auch mit deutlichen Mehraufwendungen an Primärenergie und hohen klimarelevanten Emissionen
verbunden.

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Hierbei ist zu berücksichtigen, dass zukünftige Anlagenkonzepte für Bioethanol deutlich bessere Ergebnisse aufweisen können, wenn z.B. die energetische Reststoffnutzung und der Energiebedarf aus regenerativen Energien gedeckt werden. Grundsätzlich haben sowohl der Anbau der Rohstoffe, als auch der Betrieb der Konversionsanlagen bei fast allen betrachteten Kraftstoffoptionen wesentlichen Anteil am Energiebedarf und an den Treibhausgasemissionen, die mit der Bereitstellung und -nutzung des Biokraftstoffes verbunden sind.

Künftig Energieeinsparung durch Nutzung von Nebenprodukten/ Reststoffen?
Der Einsatz von Bioethanol aus Lignozellulose zeigt die geringsten Energieaufwendungen und Klimagasemissionen. Da Stroh als Reststoff betrachtet wurde, fällt der Anbau des Rohstoffes kaum ins Gewicht. Allerdings ist diese Kraftstoffoption noch nicht verfügbar und die Aussagen daher mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Auch die dargestellten Kraftstoffpfade BtL und Bio-SNG sind als zukünftige Kraftstofftechnologien zu betrachten, da sich diese Technologien erst im Demonstrationsstadium befinden. Zudem werden an die zukünftigen Technologien hohe Erwartungen hinsichtlich der gesteigerten Effizienz und somit verbesserten Energie- und Klimabilanzen geknüpft.

Sofern die hier diskutierten Technologien im erwarteten Maße den Anforderungen gerecht werden, sind sie den derzeit
verbreiten Biokraftstoffoptionen – insbesondere Ethanol aus Getreide – klar vorzuziehen. Damit die Kraftstoffproduktion aus Biomasse einen spürbaren Marktanteil erreicht, bedarf es jedoch neben einer funktionierenden und effizienten Technik sowie den verfügbaren Biomassepotenzialen auch der erforderlichen politischen Zielsetzungen. So wird der zukünftige Ausbau der Biokraftstoffe entscheidend durch die zukünftigen politischen Rahmenbedingungen geprägt sein, die den Kraftstoffmix maßgeblich beeinflussen.

Weitere Informationen (PDF-Dokument)
Energie- und Klimaeffizienz ausgewählter Biomassekonversionspfade zur Kraftstoffproduktion. Endbericht des Instituts für Energetik und Umwelt gGmbH in Zusammenarbeit mit KWS SAAT AG, 2008-04.

(Vgl. Meldungen vom 2007-05-23, 2008-02-11 und 2007-09-13.)

Source: KWS Saat AG und Institut für Energetik und Umwelt gGmbH, 2008-04.

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