15 Mai 2006

Ideale Kombination: Biogas und Orchideenzucht

Die Verbindung einer Biogasanlage mit einem Gärtnereibetrieb ist eine hervorragende Möglichkeit zur optimalen Ausnutzung der Energie. Darauf hat Landwirtschaftsminister Josef Miller bei der Besichtigung der Biogasanlage Strullendorf hingewiesen. Die Anlage der Bioenergie Bamberg GmbH & Co. KG (BEB) mit einer elektrischen Leistung von 660 Kilowatt setzt pro Jahr 12.000 Tonnen Bioabfall sowie 5.000 Tonnen Maissilage ein und produziert daraus Strom und Wärme.

Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, ein angrenzender Betrieb zur Orchideenzucht nutzt die Wärme und setzt das bei der Verbrennung des Biogases entstehende Kohlendioxid zur Düngung der Kulturen ein. Allein dadurch werden jährlich rund 500.000 Liter Heizöl eingespart.

“Das ist deutschlandweit eine einmalige Kombination”, sagte der Minister. Nach seinen Worten besteht das innovative Gesamtkonzept der BEB darin, dass Gewerbe und Landwirtschaft hier partnerschaftlich zusammenarbeiten: Das Gewerbe bereitet den Bioabfall auf und entsorgt Störstoffe und nicht vergärbare Anteile. Die Landwirtschaft liefert Nachwachsende Rohstoffe und nimmt Gärreste als wertvollen Sekundärrohstoffdünger zurück.

Auf dem Sektor Bioenergie ist der Freistaat mittlerweile führend. Vier Prozent des Primärenergieverbrauchs werden hier aus Biomasse erzeugt. Dadurch werden pro Jahr 2,3 Milliarden Liter Heizöl ersetzt und rund sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Mit rund 1.000 landwirtschaftlichen Biogasanlagen, 250 geförderten Biomasseheizwerken und -heizkraftwerken, 400 Tankstellen für biogene Kraftstoffe, einer Produktionskapazität für 155.000 Tonnen Biodiesel sowie für 14 000 Tonnen Pflanzenölkraftstoff in 120 Ölgewinnungsanlagen verfügt Bayern über eine ausgezeichnete Bioenergie-Infrastruktur.

Mittelfristig will Miller den Bioenergieanteil am Primärenergieverbrauch auf fünf Prozent steigern, der absolute Beitrag soll längerfristig verdoppelt werden.

Source: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten vom 2006-05-14.

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