17 Februar 2003

IBAW Symposium zu Biokunststoffen war ein großer Erfolg

Internationale Fachtagung zu biologisch abbaubaren Werkstoffen gut besucht

Auf dem am Donnerstag in Nürnberg zu Ende gegangenen IBAW Symposium “Advanced Bioplastics” wurde deutlich, dass Biokunststoffe das Stadium der Forschung endgültig hinter sich gelassen haben: Die italienische Supermarktkette Iper verpackt seit letztem Jahr Obst und Gemüse aus Italien ausschließlich in diesen Verpackungen.

Auch Supermärkte in Großbritannien setzen sie mittlerweile für ökologisch erzeugte Lebensmittel ein. David Holbourne von “Organic Farmfood”, dem Lieferanten von Supermärkten wie Tesco oder Saintsbury’s berichtete von den dortigen Fortschritten. Gründe dafür sind das hohe Interesse der Verbraucher an den Materialien und gleichzeitig das Umweltbewusstsein der jeweiligen Firmen.

Biokunststoffe sehen aus wie herkömmliche Kunststoffe und sind auch ebenso einsetzbar, verfügen darüber hinaus über besondere umweltfreundliche Eigenschaften. Diese Kunststoffneuheiten werden zum größten Teil aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Kartoffeln oder Cellulose gewonnen und sind ohne schädliche Rückstände kompostierbar.

Für den Veranstalter spiegelt die unerwartet hohe Teilnehmerzahl den Erfolg der voranschreitenden Marktentwicklung wieder. “Immer mehr Unternehmen der Kunststoffindustrie befassen sich mit Biokunststoffen. Die Zahl der Anwendungen und Markterfolge nimmt rasant zu, wie man auf dem Symposium sehen konnte”, meinte Harald Käb, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes IBAW am Rande der Tagung.

Die IBAW hatte zu ihrem Symposium Vertreter von Unternehmen aus dem In- und Ausland eingeladen. Besprochen wurden von der Vermarktung bis zur Entsorgung alle Themen rund um die Biokunststoffe, der Schwerpunkt lag auf den kommerzialisierten Anwendungen der Materialien.

Politische Unterstützung signalisierte der bayerische Staatsminister Eberhard Sinner, Gastredner auf dem Abendempfang. Jochim Ehrenberg als Vertreter der EU-Kommission berichtete vom “Environmental Action Plan” der EU- Kommission und der Rolle nachwachsender Rohstoffe darin. Er erläuterte die unterschiedlichen Aktivitäten der Kommission und berichtete über die eingesetzten Arbeitsgruppen.

Ausführlich wurden verschiedenste Biokunststoffe vorgestellt: Jim Hobbs und Ervin Fink (Cargill Dow) präsentierten Nature Works™, auf Basis von Stärke hergestellter Kunststoff und besonders geeignet für Verpackungen. Erst vor wenigen Wochen wurde der zweite Produktionsteil einer Anlage zur Milchsäureproduktion in Betrieb genommen. Biophan, hergestellt von Trespaphan, ist eine transparente Folie, die eben aus diesem Material hergestellt wird. Dirk Walgenbach stellte ihre Eigenschaften und das Produktportfolio vor.

Die Firma UCB Films nutzt einen anderen Rohstoff für ihre Folie NatureFlex™: Cellulose. Andy Sweetman erläuterte in seiner Präsentation Markterfahrungen mit der Folie. Stefano Facco (novamont) bezeichnete Kompostierbarkeit und nachwachsende Rohstoffe als Schlüssel zum Erfolg von Biopolymeren. Er präsentierte vielfältige Anwendungen stärkebasierter Polymere (MaterBi™) und erläuterte deren Eigenschaften.

Bert Heijne (Eastman Chemicals) stellte Eastar Bio™ vor. Das flexible, kompostierbare Material eignet sich für die verschiedensten Anwendungen, wie beispielsweise Folien zum Verpacken von Lebensmitteln, aber auch Fasern und Vliesstoffe.

JØrn Johansen (Polargruppen) präsentierte ebenfalls verschiedene Verpackungsanwendungen vor. Daneben ging er besonders auf die Bioabfallsammlung in Norwegen ein: Dort werden Bioabfälle in speziell gekennzeichneten kompostierbaren Säcken aus Bioplastik gesammelt.

Eine andere Anwendung präsentierte Ludger Wendel (Cornpack): Aus Stärke hergestellte Verpackungschips und Kinderspielzeug. Diese Vielfältigkeit von Biokunststoffen wurde auch an anderer Stelle deutlich: Burkhardt von Elsner (Uni Hannover) stellte Produkte in Verbindung mit einem Einsatz in Landwirtschaft und Gartenbau vor. So wird beispielsweise die Verwendung von Mulchfolien durch den Einsatz von abbaubaren Materialien erheblich vereinfacht. Die Folien bauen sich im Boden ab und müssen nicht aufwändig entfernt werden. In die gleiche Richtung ging auch der Vortrag von Johan Geusens (Deltalene): Er stellte ebenfalls Anwendungen wie Agrar- und Mulchfolien vor.

Der wachsende Anspruch an Nachhaltigkeit wird von Atussa Sarvestani (natura) als Marketingansatz biologisch abbaubarer Verpackungen angesehen. Das ergab ihre Analyse des Erfolges in diesem Anwendungssegment. Dies bestätigte auch Martin Lichtl (Lichtl Umweltberatung), der das Modellprojekt Kassel als Projektmanager betreute. Auch hier ergab die begleitende Marktforschung des Projektes seitens der Konsumenten eine hohe Zustimmung für kompostierbare Verpackungen.

Das IBAW Symposium “Advanced Bioplastics 2003″ war eine Fachtagung, die sich an den Handel, sowie Hersteller, Verarbeiter und Anwender von Kunststoffen richtete. Die IBAW plant, im nächsten Jahr wieder ein Symposium auszurichten.

Pressekontakt:
Anja Jakobi
Public Relations IBAW
Tel.: 030-28 48 23-54
Fax: 030-28 48 23-59
E-Mail: jakobi@ibaw.org

IBAW (Interessengemeinschaft biologisch abbaubare Werkstoffe)
International Biodegradable Polymers Association & Working Groups
Marienstr. 19/20
10117 Berlin
Tel.: +49-(0)30 28 48 23-50
Fax: +49-(0)30 28 48 23-59
E-Mail: info@ibaw.org
Internet: www.ibaw.org

Please visit our other Website www.modellprojekt-kassel.de

(Vgl. Meldungen vom 2003-01-23 und 2002-12-19.)

Source: Presseerklärung der IBAW vom 2003-02-13.

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