20 Juli 2012

Holzwerkstoff-Pionier Hiendl mit Förderpreis ausgezeichnet

Innovative NFC®-Anwendungen präsentierten sich anlässlich des CARMEN-Symposiums "Bausteine der Ressourcen- und Energiewende"

Der Niederbayerische Unternehmer Helmut Hiendl hat den Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2011 des bayerischen Landwirtschaftsministeriums erhalten. Der Preis richtet sich an Personen oder Institutionen, die ein herausragendes Produkt oder eine Produktgruppe auf der Basis heimischer Nachwachsender Rohstoffe entwickelt haben.

Mit der 1964 gegründeten H. Hiendl GmbH & Co. KG wurde in diesem Jahr ein Pionier der Holzwerkstoff-Branche ausgezeichnet. Seit über zehn Jahren beschäftigt sich das Unternehmen intensiv mit der Entwicklung und Produktion von naturfaserverstärkten Kunststoffen und Wood-Plastic-Composites (WPC) und hat es geschafft, unter der Marke Hiendl NFC ® mit seinen innovativen und umweltfreundlichen Produkten neue und anspruchsvolle Märkte zu erschließen.

Hiendl Montageprofil-System <br />MP-E je in den drei zur Verfü-<br />gung stehenden Größen, <br />M30x30, M45x45 und M90x45, <br />und Farben (Foto: Hiendl)
Hiendl Montageprofil-System
MP-E je in den drei zur Verfü-
gung stehenden Größen,
M30x30, M45x45 und M90x45,
und Farben (Foto: Hiendl)

So hat die Firma ein Montageprofilsystem entwickelt, das mit herkömmlichen Aluminiumprofilen mithalten kann und durch ökologische Vorteile überzeugt: Erheblich reduzierter Primärenergieeinsatz und verringerter CO2-Ausstoß. Die Profilsysteme bestehen zu 70% aus Holz und 30% aus Kunststoff, lassen sich leicht bearbeiten und montieren und behalten dennoch ihre angenehme Holzanmutung. Da sie Strom nicht leiten, sind mit ihnen auch Aufbauten für empfindliche elektrische Messungen einfach zu realisieren; eine Nische in der sich das Material bereits etablieren konnte.

Für die Profilsysteme wurde die Firma Hiendl bereits mit dem Design Plus Award der Fachmesse Ambiente und mit dem WPC-Innovationspreis des nova-Instituts ausgezeichnet.

Drachenboot mit Hiendl NFC Decksleiste im Einsatz (Foto: BuK)
Drachenboot mit Hiendl NFC Decksleiste im Einsatz (Foto: BuK)

Eine weitere Anwendung, in der das Material punktet und seine ökologischen und ökonomischen Vorteile zur Geltung bringt, sind Decksleisten für sogenannte Drachenboote. Der Drachenbootsport kommt ursprünglich aus China. Er hat aber auch hierzulande inzwischen so viele Anhänger gefunden, so dass eine Produktion dieser Boote auch in Deutschland etablieren konnte, bei der diese modernen Materialien zum Einsatz kommen. Dabei war zu beachten, dass die traditionelle Form und Gestalt des Bootes gewahrt bleiben musste. Wurden für die sogenannten Decksleisten früher aufwändig gefräste Profilstücke aus Tropenholz eingesetzt, so werden heute Strangpressprofile eingesetzt. Sie werden in 13 m Länge hergestellt. Dadurch entfallen störende Stoßstellen. Hiendl NFC qualifiziert sich für diese anspruchsvolle Anwendung, da es nicht nur eine schöne Holzoptik besitzt, sondern eben auch zum größten Teil aus Holz besteht.

Die Hiendl NFC-Decksleiste neigt nicht zum Splittern. Sie verträgt die von den Sportlern ausgeteilten Paddelschläge und muss nicht jedes Jahr abgeschliffen und neu lasiert werden. In den letzten zwei Wettkampfsaisons konnte sich der Werkstoff bereits erfolgreich unter Beweis stellen.

Trotz solcher Erfolge wird das Unternehmen aus Furth/Bogen, das inzwischen 60 Mitarbeiter beschäftigt, nicht müde, mittels seines Know-hows in Werkstoffentwicklung und anwendungsgerechtem Formenbau kontinuierlich neue Märkte für Hiendl NFC® zu erobern. Eines der aktuellen Projekte beschäftigt sich mit Ladeneinrichtungen: Ein ausgeklügeltes System von Wandverkleidungen ermöglicht das individuelle, flexible und platzsparende Anbringen von Ladendisplays, so dass Produkte vor edler Holzoptik präsentiert werden können. Auch hier zählen nicht nur die Materialeigenschaften sondern auch die ökologischen Vorteile und der Einsatz nachwachsender Rohstoffe.

Gewinner der Förderpreise: (v.l.n.r.) Helmut Hiendl (Hiendl Kunststoff GmbH) <br />und seine Frau, Thomas Bleul (Spanner RE2), Jochen Pelz (Sohn des Ernst-<br />Pelz-Preis-Stifters), Maximilian Geierhos (Landwirtschaftsministerium), Gerhard <br />Burkhardt (Burkhardt) und seine Frau (2.v.r.) <br />(Foto: Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung)
Gewinner der Förderpreise: (v.l.n.r.) Helmut Hiendl (Hiendl Kunststoff GmbH)
und seine Frau, Thomas Bleul (Spanner RE2), Jochen Pelz (Sohn des Ernst-
Pelz-Preis-Stifters), Maximilian Geierhos (Landwirtschaftsministerium), Gerhard
Burkhardt (Burkhardt) und seine Frau (2.v.r.)
(Foto: Zeitungsgruppe Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung)

Wie Ministerialdirigent Maximilian Geierhos in seiner Laudatio zur Preisverleihung am 2. Juli in der Würzburger Residenz betonte, ist es der H. Hiendl GmbH & Co. KG gelungen “den Werkstoff Holz noch besser und vielseitiger zu machen als er ohnehin schon ist. Kein Ast stört in Ihrem Produkt und begrenzende Baumlängen sind auch kein Problem mehr.”

Ebenfalls zum Staatsempfang und anlässlich des CARMEN-Symposiums “Bausteine der Ressourcen- und Energiewende” verliehen wurde der Ernst-Pelz-Preis unter Anwesenheit des Preisstifters und seines Sohns. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr zwei Unternehmen, die bei der energetischen Nutzung von Holz wegweisende Bahnen beschritten haben, das Unternehmen Spanner RE2 aus Neufahrn und die Firma Burkhardt aus Mühlhausen. “Durch ihren Pioniergeist, ihre Kreativität und ihren Einsatz haben alle drei Preisträger die Nachwachsenden Rohstoffe wieder einen weiteren wichtigen Schritt nach vorne gebracht”, so Geierhos.

Kontakt
H. Hiendl GmbH & Co. KG:
Ulrich Kizak
E-Mail: u.kizak@hiendl.de
Industriestraße 5+6
94327 Bogen-Furth

Source: nova-Institut, Pressemitteilung, 2012-07-20.

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