11 November 2005

Holzverkauf profitiert von hohen Energiepreisen

Eine starke Holznachfrage für die energetische Nutzung und ein Anstieg des Holverbrauchs in Europa, Nordamerika sowie den GUS-Staaten registrieren Niedersachsens Waldbesitzer zu Beginn der Haupterntezeit im Wald. Den Rekordeinschlägen des vergangenen Jahres wird nach Umfragen des Landvolk-Pressedienstes erneut eine Erhöhung des Einschlages folgen.

Bei den so genannten Stammhölzern werden insbesondere Fichten und Douglasien beim Nadelholz sowie Eiche bei den Laubhölzern rege nachgefragt. Waren in den vergangenen Jahren sehr helle Hölzer wie Ahorn bei den Käufern besonders begehrt, geht der Trend bei Furnierhölzern für die Möbelindustrie heute mehr zu mittleren Tönen.

Leider können die Waldbesitzer auf solche Modewellen nicht rasch genug reagieren, da die Lebensphase der Bäume den kurzlebigen Trendwechsel um ein Vielfaches überdauert. Eichenholz findet zudem als Rohstoff für Landhausdielen Verwendung. Nadelholz in so genannter Schnittholzqualität dagegen wird nach den Hurrikanschäden in den USA zunehmend über den Atlantik verschifft, während Laubhölzer in diesen Qualitäten auf der anderen Seite des Globus, in Vietnam, Malaysia, Korea und Indien – wenn auch zu sehr niedrigen Preisen – rege nachgefragt werden.

Bei den vom Stammumfang schwächsten Hölzern, dem so genannten Industrieholz, profitieren die Waldbesitzer von den galoppierenden Energiepreisen, teilt die Landwirtschaftskammer Hannover auf Anfrage mit. Die starke Nachfrage nach Brennholz stimuliert den Markt und sorgt insbesondere bei den Laubhölzern in diesem Segment zu einem höheren Einschlag und damit auch verbesserten Erlösen für die Waldbesitzer. Diese liegen umso höher, je näher die Waldbesitzer den Ballungsgebieten kommen. In Stadtnähe und im Nordwesten Niedersachsens sind diese deutlich höher als in den waldreichen Regionen im Südosten Niedersachsens.

Eine ganz besondere Marktnische hat sich ein Sägewerk aus der Lüneburger Heide erschlossen. Es liefert nach dem Vorbild der riesigen Holzachterbahn “Colossos” im Heidepark Soltau den Rohstoff für eine weitere Bahn nach diesem Vorbild in Amerika. In Schweden und auch Amerika gab es bereits Geschäftskontakte, ein Folgeauftrag für Südamerika steht bereits an. Allerdings legen die Käufer hier besondere strenge Qualitätsmaßstäbe bei der Auswahl der Hölzer an: Es müssen sehr elastische und gleichmäßig strukturierte Kiefern sein, die den enormen mechanischen Belastungen durch den Achterbahnbetrieb sowie auch den klimatischen Extremen im Nordosten der USA gewachsen sind.

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. vom 2005-11-10.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email