23 April 2008

Holzpellets aus Energiewaldplantage

Erste Energiewaldplantage für die Pelletproduktion in Baden-Württemberg

Mit der Pflanzung einer Kurzumtriebsplantage aus Weidenstecklingen in Bad Schussenried (Kreis Biberach) startet die Schellinger KG ein Projekt, bei dem in den nächsten fünf Jahren 3.000 Hektar Energiewald speziell für die Produktion von Holzpellets entstehen sollen.

Durch die Anpflanzung der Wälder soll die langfristige Rohstoffversorgung für Pelletwerke sichergestellt werden. Die benutzten Weiden sind nach fünf Jahren mit einer Höhe von rund fünf Metern breits bereit für eine vollmechanische Ernte und können dann in einem Pelletwerk getrocknet und gepresst werden. Die Wurzelstöcke bleiben im Boden und schlagen erneut aus, so dass die Weiden bis zu zehnmal geerntet werden können.

Bis heute werden Pellets aus Holzabfällen wie Sägemehl und Sägespäne produziert. Der Deutsche Pellet-Verband (DEPV) rechnet nach Angaben in der Stuttgarter Zeitung damit, dass in den nächsten Jahren deutlich mehr Holz gebraucht wird. Bundesweit wurde im vergangen Jahr nach DEPV-Angaben mit 83.000 Pelletöfen geheizt. Bis zum Jahr 2015 sollen es rund 500.000 Anlagen werden. Pellets kosten ungefähr 190 Euro je Tonne, was einem Energiepreis etwa vier Cent pro Kilowattstunde entspricht, und sind dabei im Vergleich zu Öl und Gas mit rund sieben Cent pro Kilowattstunde erheblich günstiger. Nach Angaben des Umweltministeriums liegt der Anteil der Bioenergien am Energieverbrauch in Südwesten bei mehr als fünf Prozent und soll bis 2020 auf acht bis zehn Prozent steigen.

Die Plantage in Bad Schussenried entsteht in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Baden-Württemberg. Es wird darauf geachtet, dass der Energiewald nicht in Form einer Monokultur entsteht. Auf Pestizide und Mineraldünger sollte verzichtet werden. Für den Naturschutz ist außerdem wichtig, dass in Abschnitten gerodet wird, damit die Tiere rechtzeitig ihre Brutplätze verlegen können, wodurch der Energiewald zur Bereicherung der Artenvielfalt beitragen kann.

(Vgl. Meldungen vom 2008-03-31, 2008-03-04 und 2008-02-13.)

Source: Stuttgarter Nachrichten, Meldung vom 2008-04-16.

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