30 Mai 2007

Holzmobilisierung im Privatwald

Die Darstellung von Möglichkeiten der Holzmobilisierung im Privatwald stand im Mittelpunkt des 4. Forums “Marketing Forst & Holz” des Holzabsatzfonds, das am 16. Mai 2007 auf der Messe Ligna+ in Hannover stattfand. Zehn Referenten zeigten die Herausforderungen auf und präsentierten Lösungsperspektiven zur Bewältigung der Aufgabe, bislang wirtschaftlich nur wenig motivierte Privatwaldbesitzer zur Nutzung ihres Waldeigentums zu ermuntern und damit zusätzlich Rohstoffreserven zu erschließen.

Enormes Potenzial schlummert im heimischen Privatwald
0705-holzforum-ligna.jpgRund 150 Teilnehmer bestätigen die hohe Bedeutung, die der Rohstoffmobilisierung von Seiten der Forst- und Holzwirtschaft beigemessen wird. “In unseren heimischen Wäldern in Privatbesitz schlummert ein enormes Potenzial zur Steigerung der Holzverwendung. Hier bietet sich die Chance, den bedeutenden Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz noch weiter auszubauen”, erklärte Dirk Alfter, Vorstandsvorsitzender des Holzabsatzfonds. Durch die gestiegene Nachfrage seitens der Nachfrager aus der Holzwirtschaft werde die Mobilisierung der Holzvorräte insbesondere im Kleinprivatwald auch wirtschaftlich zunehmend interessant.

Fachvorträge zeigen Konzepte zur Holzmobilisierung
Erfahrungen aus der Praxis erläuterte Professor Dr. Dr. h.c. Gero Becker, Universität Freiburg. In seinem Beitrag “Erfolgsfaktoren Rohholzmobilisierung – Erfahrungen aus zwei Jahren Mobilisierung in Eifel und Lausitz” beschrieb er die positiven Erfahrungen aus zwei Pilotprojekten des Holzabsatzfonds, die noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden.

Hubertus Mauerhof vom Referat Forstpolitik des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland Pfalz (MUFV) sprach anschließend über das Zusammenspiel zwischen Organisationen des Privatwaldes und der Gemeinschaftsforstverwaltung als Beitrag zur Holzmobilisierung.

Über die unterschiedlichen Einstellungsmuster von Privatwaldbesitzern sowie Möglichkeiten der Heranführung an die wirtschaftliche Nutzung ihrer Waldflächen referierten Dr. Christoph Schurr (Staatsbetrieb Sachsen) und Professor Dr. Michael Suda, TU München. In ihren Beiträgen machten sie deutlich, dass nur auf die jeweiligen Verhältnisse und die unterschiedlichen Akteure angepasste Maßnahmen Aussicht auf Erfolg haben, passive Waldbesitzer zu einem aktiveren Handeln zu veranlassen.

Rupprecht Freiherr von Reitzenstein von der RH Internationales Holzkontor GmbH zeigte Perspektiven auf, welche Rolle größere Privatwaldbetriebe als Motor der Mobilisierung im Kleinprivatwald spielen können.

Dass es für die Holzmobilisierung teilweise ausgereifte Konzepte, allerdings keine Patentrezepte gibt, stellte Marko Wötzel vom Unternehmen Stora Enso Wood Supply in seinem Beitrag zum Thema “Initiativen der Mobilisierung durch die Holzindustrie” fest. Die Herausforderung sieht er in der Bündelung der Kleinstmengen, die in Privatwäldern mobilisiert werden können. Sehr gute Kooperationen seien dabei mit forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen möglich.

Die Vorstellung solcher Zusammenschlüsse war eines der Schwerpunktthemen des Forums. So beschrieb Hugo Wirthensohn, Vorstand der Wald-Säge-Fuchstal eG, in seinem Vortrag “Kooperation von Forst- und Holzwirtschaft als Weg zur erfolgreichen Holzmobilisierung” das Konzept einer Wald-Holz-Genossenschaft. Udo Schmitz vom Forstservice U. & M. Schmitz GbR umriss in Ergänzung hierzu die Rolle freier Forstunternehmer bei der Holzmobilisierung.

Um das Holz aus Kleinprivatwäldern optimal einer Nutzung zuführen zu können, ist eine umfassende Bestandsaufnahme der Waldbesitzverhältnisse sowie der oftmals kleinteiligen Waldstrukturen notwendig. Unterschiedliche zielführende Instrumente hierzu sowie Beispiele für die Einbeziehung von Waldeigentümern in konzertierte Erntemaßnahmen präsentierte Dr. Bernd Wippel von der Gesellschaft für Managementconsulting Becker, Borchers, Wippel.

Für den Blick über den heimischen Tellerrand sorgte Dr. Ute Seeling, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzverbände e.V. (AGDW). Sie stellte eine derzeit laufende Studie vor, in der verschiedene europäische Nachbarländer zum Thema Holzmobilisierung befragt werden. Ziel ist es, aus besonders beachtenswerten Maßnahmen in anderen Ländern zusätzliche Anregungen für die Rohholzmobilisierung in Deutschland zu gewinnen.

Förderprogramm Mobilisierung
Dirk Alfter stellte am Schluss der Veranstaltung das neue “Impulsprogramm Mobilisierung” vor, das sich als Maßnahmenbündel unterschiedlichster Instrumente versteht, um Akteure der Forst- und Holzwirtschaft bei ihren Anstrengungen zur Mobilisierung der vorhandenen Rohstoffreserven wirksam zu unterstützen. Kernstück bildet hierbei ein aktuell aufgelegtes Förderprogramm Mobilisierung. Informationen zum Förderprogramm können heruntergeladen werden:

Die Pressemitteilung steht hier (PDF-Dokument) zur Vefügung.

(Vgl. Meldungen vom 2006-12-06 und 2006-02-24.)

Source: Holzabsatzfonds, Pressemitteilung, 2007-05-29.

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