21 Oktober 2005

Holzhäuser senken Heizkosten

Beim Passivhausstandard spielt Holz seine wärmedämmende Stärke aus

Kalt und teuer war der vergangene Winter. Die Heizkostenabrechnung dürfte so manchem Hausbesitzer und Mieter die Tränen in die Augen treiben. Der Grund für die hohen Heizkosten liegt jedoch nicht nur in den drastisch gestiegenen Rohölpreisen, sondern auch an der mangelnden Wärmedämmung vieler Gebäude. Die Wärme entweicht nach außen. Rund 90 Prozent der Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1970 gebaut und entsprechen in puncto Wärmeschutz nicht den Anforderungen der gültigen Energieeinsparverordnung. Ob Sanierung oder Neubau – mit Holz können diese Anforderungen problemlos und auf wirtschaftliche Weise erfüllt werden.

Moderne Holzbauten erfüllen beim Wärmeschutz die höchsten Anforderungen. “Eine wärmebrückenarme Konstruktion, eine konsequent luftdichte Gebäudehülle und hochwärmedämmende Bauteile gehören bei der Holzbauweise zum Standard”, so Ernst-Ulrich Köhnke, Ingenieur für Holzbau und Bauphysik.

Holz ist von Natur aus ein schlechter Wärmeleiter. Seine luftgefüllten Zellen gewährleisten, dass Wärme und Kälte deutlich geringer weitergeleitet werden als bei den meisten anderen Baustoffen. Dadurch muss im Winter weniger geheizt werden, um die Wärme in den Wohnräumen zu behalten. Das spart Heizkosten. Die Wärmedämmung ist Platz sparend im Wandaufbau untergebracht. Dies führt neben optimalen Energiewerten auch zu einem Wohnflächenzugewinn.

Luftdicht und hochwärmedämmend

Kein Wunder, dass zukunftsfähige Häuser zunehmend in Holzbauweise errichtet werden. Denn eine gute Wärmedämmung und eine dichte Gebäudehülle in Kombination mit einem ausgefeilten Haustechniksystem sind unabdingbare Voraussetzungen für Holzhäuser im Allgemeinen und für Passivhäuser im Besonderen.

Passivhäuser kommen ohne herkömmliche Heizanlage aus. Sie nutzen die vorhandene Wärme, die beispielsweise durch Sonneneinstrahlung, Lampen, elektrische Geräte oder Körperwärme erzeugt wird. Der für Holzkonstruktionen typische mehrschichtige Aufbau erleichtert den Einbau aller haustechnischen Installationen.

Die weitgehende Vorfertigung der Bauteile, wie Wände und Decken im Holzbaubetrieb erfolgt in hoher Präzision. Dadurch lässt sich die geforderte Dichtigkeit der Gebäudehülle zur Vermeidung von Bauschäden und unkontrollierten Energieverlusten besser erzielen als mit den meisten anderen Baustoffen.

Auch im Materialmix stark: Außen Holz – innen Stein oder Beton

Holz hat keine Berührungsängste: Holzkonstruktionen als hochwärmedämmende und luftdichte Gebäudehülle sind auch in Kombination mit der Massivbauweise sinnvoll. So wurde beispielsweise im nordrhein-westfälischen Erftstadt-Lechenich ein Mehrfamilienhaus (Niedrigenergiehaus) mit Außenwänden in Holztafelbauweise sowie Innenwänden und -decken aus Stein, Beton und Stahl gebaut.

In Erfurt wurde bei der Sanierung eines Plattenbaus die Betonaußenfassade abgerissen und durch eine hochwärmedämmende Holzrahmenkonstruktion mit integrierter Solarfassade ersetzt. Ein weiteres Beispiel ist das Studentenwohnheim Neue Burse in Wuppertal, das beim Deutschen Holzbaupreis 2005 den zweiten Platz gewann.

Zur Instandsetzung und energetischen Optimierung des in den 1970er Jahren errichteten Wohnheims wurde eine Holzbauhülle gewählt. Der Massivbau steht damit jetzt in einem Holzhaus. Auch der Neubau des Umweltbundesamtes in Dessau, der Maßstäbe für ökologisches und zugleich kostengünstiges Bauen setzt, hat eine durchgängige Holzfassade. Das Gebäude unterschreitet die Anforderungen der geltenden Energieeinsparverordnung an den Heizenergieverbrauch um mehr als 30 Prozent.

Mehr Informationen und Serviceangebote unter http://www.infoholz.de.

(Vgl. Meldungen vom 2005-10-06, 2005-09-15 und 2005-07-08.)

Source: Pressemitteilung des Holzabsatzfonds vom 2005-10-20.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email